Einsatz im Irak Sarkawi droht Japan

Der Topterrorist Sarkawi nimmt einen neuen Alliierten der USA ins Visier: Auf einer Internetseite droht er den Japanern jetzt mit Anschlägen, falls sie ihre Truppen nicht abziehen. Zuvor hatten die Philippinen der Erpressung von Geiselnehmern nachgegeben und ihre Truppen aus dem Irak abgezogen.

Dubai - "Diese Botschaft richtet sich an die japanische Regierung: 'Folgt dem Beispiel der Philippinen, weil niemand sonst euch helfen kann. Ihr werdet das Schicksal der USA und anderer teilen'", hieß es heute auf einer Internetseite, auf der bereits zuvor Erklärungen des mutmaßlichen Qaida-Verbündeten Abu Mussab al-Sarkawi veröffentlicht worden waren. Japan hat rund 550 Mann im Irak stationiert.

Sarkawi warnte auch arabische und muslimische Länder davor, Truppen in den Irak zu entsenden und die US-geführten Truppen in dem Land sowie die Übergangsregierung von Ministerpräsident Ijad Alawi zu unterstützen. "Wir werden niemanden tolerieren, der nicht gekommen ist, um den Irakern zu helfen, sondern um die Amerikaner zu beschützen", hieß es.

"Diese Botschaft ist besonders an Pakistan, Jordanien, die Türkei, Iran, die Staaten am Arabischen Golf und dem Mittleren Osten, Indonesien, Malaysia und alle muslimischen Länder gerichtet", hieß es auf der Seite weiter. "Wir warnen euch zum letzten Mal, dass wir jeden mit eiserner Faust schlagen werden, der die Amerikaner und Alawi und seine Bande unterstützt."

Alawi erhielt mittlerweile die Zusage des Nachbarlandes Jordanien, im Kampf gegen Aufständische mitzuhelfen. Zuvor hatte Syrien in Aussicht gestellt, die durch die Wüste verlaufende Grenze zum Irak besser zu bewachen und damit ausländische Kämpfer vom Eindringen in das Land abzuhalten.

Die Gruppe des aus Jordanien stammenden Sarkawi hat sich zu zahlreichen Anschlägen im Irak bekannt. Die USA haben für seine Ergreifung eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Sarkawi wiederum stellte eine Belohnung von 282.000 Dollar für die Tötung des irakischen Ministerpräsidenten Alawi in Aussicht.

Extremisten um Sarkawi gelten als verantwortlich für Dutzende Entführungen von Ausländern im Irak seit April. Die meisten kamen zwar wieder frei, aber mindestens vier Geiseln wurden getötet. Ein US-Bürger und ein Südkoreaner wurden von der Gruppe enthauptet. Dagegen kam heute ein verschleppter philippinischer Lastwagenfahrer frei.

Gestern hatten die Philippinen die Forderung der Entführer erfüllt und ihren Truppenabzug aus dem Irak vorzeitig abgeschlossen. Die Regierung in Manila war deswegen von den USA und Australien scharf kritisiert worden. Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo begründete die Entscheidung damit, dass der achtfache Vater unschuldig sei und den Tod nicht verdient habe.

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