Einsatz von Atomwaffen "Obsessionen einzelner Militärs"

Der Einsatz von Atomwaffen in künftigen Kriegen wird nach Ansicht des Hamburger Friedensforschers Götz Neuneck immer wahrscheinlicher. Die USA lösten mit dem Irakkrieg eine Aufrüstungsspirale aus.


Berlin - Darauf deuteten "ungelöste regionale Konflikte und Obsessionen einzelner Militärs" hin, sagte Neuneck am Donnerstag am Rande einer Physikertagung in Hannover.

"Die Drohung der übermächtigen USA, Abrüstungskriege zu führen, treibt Kräfte an, die auf Atomwaffen setzen", sagte Neuneck. Als Beispiele nannte er Iran und Nordkorea. "Solche Staaten werden durch die politische Dynamik geradezu angefeuert." Der Friedensforscher befürchtet in den beiden Krisenherden eine "Nuklearisierung".

"Nach dem Irak-Krieg muss die Rüstungskontrolle weltweit wieder einen Schub bekommen", forderte Neuneck. Vor allem in Russland sei die Sicherheit von Atomwaffen nicht gewährleistet. Gefährlich seien alte Sprengköpfe ohne elektronische Sicherung, die in die Hände von Terror-Organisationen gelangen könnten. Die Möglichkeit eines atomaren Terror-Anschlags schätzt Neuneck aber als gering ein.

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