Eklat bei Talkshow Bachmann mit Schlampen-Song begrüßt

Skandal bei der beliebten US-Talkshow von Jimmy Fallon: In der Sendung wurde die republikanische Präsidentschaftsanwärterin Michelle Bachmann mit einem Song über eine "lügende Schlampe" begrüßt. Die Ikone der Tea Party fordert vom Sender NBC eine Entschuldigung.

Bachmann in der Fallon-Show: NBC soll sich entschuldigen
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Bachmann in der Fallon-Show: NBC soll sich entschuldigen


Hamburg - Die Einladung zur beliebten TV-Sendung von Jimmy Fallon nahm Michelle Bachmann vermutlich an, weil sie dort nicht nur um Wählerstimmen, sondern auch für ihr neues Buch werben konnte. Wie das eben so ist bei Late-Night-Shows. Es lief ganz am Anfang auch alles nach Plan für die republikanische Präsidentschaftsbewerberin bei ihrem Auftritt beim US-Sender NBC (das YouTube-Video dazu finden Sie hier): Fallon kündigte sie an und hielt ihre Memoiren mit dem Titel "Core of Conviction" ("Kern der Überzeugung") hoch.

Doch als die neue Ikone der Tea-Party dann nur Sekunden später die Bühne betritt, spielen die "Roots", die Band, die die Sendung begleitet, den Refrain eines bekannten Songs der Band Fishbone. Zu hören ist zwar vor allem ein "La la la la". Doch es handelt sich um die Wiedererkennungsmelodie eines Liedchens mit dem Titel "Lyin' Ass Bitch", was sich nur schwer politisch korrekt übersetzen lässt. Lyin steht für Lügen, Ass für Hintern, und Bitch lässt sich am besten mit "Schlampe" übersetzen.

Bachmann kennt den Song offenbar nicht, denn sie setzt sich hin und lacht gut gelaunt in die Kameras. Doch nach dem Auftritt scheint sie von ihrem Team Nachhilfe bekommen zu haben. Denn nun fordert sie eine Entschuldigung von NBC. Dass Fallons Hausband den Song gespielt habe, sei "sexistisch". Sie sei sich sicher, dass der Sender sich entschuldigt hätte, wenn das Lied bei einem Auftritt von First Lady Michelle Obama gespielt worden wäre. Und der Schlagzeuger, der das Stück aussuchte, wäre gefeuert worden. "Das ist ein Skandal", wetterte die Republikanerin.

Die erzkonservative Bachmann ist zwar eine Hoffnungsträgerin der Rechten in Amerika, doch für die linke US-Szene ist sie ein Feindbild.

Talkmaster Fallon schickte via Twitter immerhin eine Entschuldigung. Er fühle sich geehrt, dass Bachman zu ihm in die Sendung gekommen sei, sei aber sehr traurig über das Durcheinander bei ihrer Begrüßung. Er hoffe sehr, dass Michelle Bachmann noch einmal bei ihm auftrete.

Der Drummer der Band, der den Song aussuchte, sprach von einer spontanen Idee. Es sei aber nicht seine Absicht gewesen, Bachmann zu beleidigen.

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Seite 1
Gandhi, 23.11.2011
1. Eigentlich passt der Formfehler der Band
doch zu den formfehlern, die Bachmann tagtaeglich von sich gibt.
tomymind, 23.11.2011
2. haha
Wenn man hört und liestwas die Tea Party, die Republikaner und auch Bachmann von sich geben, solten diese den Mund halten. Aber in D gibt es auch solche, z.B Mappus
Koltschak 23.11.2011
3. "Lyin' Ass Bitch"
"Der Drummer der Band, der den Song aussuchte, sprach von einer "spontanen Idee". Es sei aber nicht seine Absicht gewesen, Bachmann zu beleidigen." Nöö, der Drummer redet alle seine Bekannten und Freundinnen so an, da kann er nun wirklich nicht wissen, dass er hier in der Öffentlichkeit war und nicht mit einem seiner "lying ass bitches" im Bett. Das muss man ihm zugestehen, dass er das nicht wissen konnte.
mangeder 23.11.2011
4. "linke US-Szene"
Ich finde es immer wieder befremdlich, wenn die deutsche Presse von den "Linken" in den USA schreibt. Das mag man in den USA so benennen, aber der deutsche Leser bekommt damit ein völlig falsches und verzerrtes Bild, da dies etwas völlig anderes ist, als das, was wir unter "links" verstehen. Übertragen auf deutsche Verhältnisse, würde in den USA die CSU schon als linker Flügel des Parteispektrums gelten. . Aber als Entschuldigung für die Journalisten sei auch gesagt, dass man für dieses Problem nur schwer ein einzelnes Wort findet, ohne eine ellenlage Erklärung anzuhängen.
Atheist_Crusader 23.11.2011
5. ...
Zitat von sysopSkandal bei der beliebten US-Talkshow von Jimmy Fallon: In der Sendung wurde die*republikanische Präsidentschaftsanwärterin Michelle Bachmann mit einem Song über eine "lügende Schlampe" begrüßt. Die*Ikone der Tea Party fordert vom Sender NBC eine Entschuldigung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,799603,00.html
Da hat aber jemand überhaupt keine Probleme mit Minderwertigkeitskomplexen... (Und nebenbei, was ist daran sexistisch? Ob es unangebracht war, darüber lässt sich streiten, aber sexistisch?) Och meine Güte, so viel künstlerische Freiheit muss man dem Mann wohl mal lassen. Vor ein paar Jahren hat eine britische Band auch Saudi-Prinzen mit dem Imperial March aus Star Wars begrüßt. Wenn man Kunst und Kultur so weit beschneidet dass sich da keiner mehr angegriffen fühlt, dann bleibt nichts mehr davon übrig. Also mal den Ball flach halten. Eine Kandidatin auf das Amt des US-Präsidenten sollte da eigentlich drüber stehen. Sonst haben wir den nächsten Weltkrieg anstehen, sobald die beim Zappen mal versehentlich "Good Morning Teheran" erwischt. Eine simple Entschuldigung kann sie erwarten, aber wenn die nicht kommt, dann hält sie sich halt in Zukunft von dem Sender fern. Punkt. Sich aber mit der First Lady gleichzusetzen ist ebenso dreist wie unangebracht.
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