El-Paso-Anschlag Mexiko will Massenmord als Terrorakt bewertet wissen

Mexikos Außenminister Ebrard hat gefordert, das rassistisch motivierte Attentat von El Paso eindeutig als Terroranschlag einzustufen. Texas plant eine neue Spezialeinheit gegen inländischen Terrorismus.
Blumen für die Opfer des Anschlags von El Paso

Blumen für die Opfer des Anschlags von El Paso

Foto: Callaghan OHare/ REUTERS

Der Schütze, der Anfang August im texanischen El Paso 22 Menschen tötete, hatte ein rassistisches Manifest veröffentlicht, bei seiner Festnahme hatte er gesagt, er habe Mexikaner umbringen wollen.

Nun warnt der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard davor, den Massenmord in einem Walmart-Supermarkt als Tat eines irren Einzeltäters zu bewerten. Es habe sich um einen Terroranschlag gehandelt, und so müsse der auch genannt werden, forderte der Außenminister bei einer Pressekonferenz.

"Es wird jene geben, die sagen, nein, das war kein Terror." Mit Bezug auf das vierseitige rassistische Pamphlet des Täters sagte Ebrard: "Er hast ein Manifest veröffentlicht. Was er darin erklärt ist schrecklich, aber er ist eben nicht verrückt: Er ist im Besitz seiner geistigen Kräfte."

Greg Abbott, Gouverneur von Texas, verspricht eine Sondereinheit gegen "Hassverbrechen und Extremismus"

Greg Abbott, Gouverneur von Texas, verspricht eine Sondereinheit gegen "Hassverbrechen und Extremismus"

Foto: Sandy Huffaker/ AFP

Bei einer Gedenkveranstaltung am Mittwoch in einem Sportstadion von El Paso kündigte der texanische Gouverneur Greg Abbott (Republikaner) an, er werde eine Sonderermittlungseinheit zum inländischem Terror ins Leben rufen. Ihr Ziel sei es, "Hassverbrechen und Extremismus" in Texas zu bekämpfen.

Mexikos Präsident Obrador fordert "volle Härte des Gesetzes"

Ebrard begrüßte die Aussagen Abbotts in einem späteren Statement. Außerdem erneute seine Regierung die Forderung, den 21-jährigen Attentäter Patrick C. an Mexiko auszuliefern. Er solle auch in Mexiko vor Gericht gestellt werden, sagte Präsident Andres Manuel Lopez Obrador. C. solle "die volle Härte des Gesetzes spüren", so der Staatschef.

Der Attentäter hatte am 3. August in einem gut besuchten Supermarkt der Kette Walmart mit einem halbautomatischen Gewehr 22 Menschen erschossen und mehr als ein Dutzend verletzt. Für die Tat war er von seinem Wohnort im Osten Texas' neun Stunden mit dem Auto bis in die Grenzstadt El Paso gefahren. Dort kaufen auch viele Mexikaner aus der Schwesterstadt Ciudad Juarez ein, die auf der mexikanischen Seite der Grenze liegt.

Nach dem Massenmord setzte er sich in sein Auto und ließ sich dort widerstandslos festnehmen. Den Polizisten sagte er, er habe Mexikaner töten wollen. In seinem kurz vor der Tat veröffentlichten Manifest schwadronierte er von einer Invasion in die USA, die zurückgeschlagen werden müsse.

In der Folge war auch Donald Trump in die Kritik geraten, weil auch der US-Präsident in Reden und politischen Werbespots gern das Bild einer Invasion von Einwanderern bemüht. Trumps größter Wahlkampferfolg und ein zentrales Versprechen war es, an der Südgrenze eine Mauer zu Mexiko zu bauen. Mexikaner hatte er im US-Wahlkampf 2016 pauschal als Vergewaltiger und Kriminelle verunglimpft.

cht/Reuters/AP