Nach dem Terrorangriff Mexikos Außenminister reist nach El Paso

Sieben seiner Landsleute sind unter den 20 Todesopfern des Attentäters. Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard hat angekündigt, sich in El Paso mit Betroffenen zu treffen.

Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard
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Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard


Der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard reist nach El Paso in den US-Bundesstaat Texas, wo ein 21-Jähriger in einem Einkaufszentrum mit einer Schusswaffe 20 Menschen tötete und 26 weitere verletzte. Sieben der Getöteten sind Mexikaner.

"Ich werde morgen in El Paso sein, um mich mit Betroffenen zu treffen und ihnen die volle Unterstützung der mexikanischen Regierung zukommen zu lassen", kündigte Ebrard auf Twitter an.

Bei dem mutmaßlichen Schützen wird ein rassistisches Motiv vermutet, die US-Justizbehörden sprechen von "inländischem Terrorismus". Er wurde am Sonntag formell des Mordes beschuldigt. Ihm droht die Todesstrafe.

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El Paso: Massaker im Supermarkt

Der Täter soll ein Onlinemanifest veröffentlicht haben, in dem von einer "hispanischen Invasion" die Rede ist. In dem Schriftstück bezieht sich der Verfasser auch auf den rechtsextremen Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März mit 51 Toten.

Die Regierung von Mexiko erwägt nach Angaben von Ebrard, die Auslieferung des mutmaßlichen Schützen zu beantragen. Eine Entscheidung müsse aber die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft treffen. "Für uns ist diese Person ein Terrorist", sagte Ebrard. Zudem werde die Regierung rechtliche Schritte gegen denjenigen einleiten, der dem mutmaßlichen Täter die Tatwaffe verkauft hat, kündigte der Außenminister an.

Die Ermittler in den USA stuften das Massaker als inländischen Terrorismus ein. Die Generalstaatsanwaltschaft erwog eine Anklage wegen Hassverbrechen gegen den Verdächtigen.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador sagte bei einem Besuch im zentralmexikanischen Bundesstaat Michoacán, seine Regierung verlange "mit Nachdruck" eine Bestrafung der Verantwortlichen. Er kritisierte zudem das liberale Waffenrecht in den USA: "Nichts lässt sich durch Gewalt lösen und nichts lässt sich durch das lösen, was man Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit und Hass auf Migranten nennt."

als/AFP

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geotie1 05.08.2019
1.
Endlich mal einer der die richtigen Fragen stellt, nämlich wo er die Waffe her hat. Wird doch endlich Zeit, dass der Waffenhändler sich mitverantworten muss. Immerhin hat Trump den Waffenverkauf auch an geistig minderbemittelte wieder zugänglich gemacht, was Obama eingeschränkt hatte. Und bin ich mal gespannt, wie das mit der Waffenlobby ist. VW muss als Hersteller von Dieselautos viel Geld bezahlen, Boeing ebenfalls, aber die Waffenhersteller nicht? Und dann noch die Anstachelungen zu Hassverbrechen. Nur weil da so einer mit gelber Perücke Präsident ist, sollte man sich den mal vorknüpfen. Okay, der Präsident ist vor solchen Klagen geschützt, aber mal sollte ihm auch klar machen, dass es eine Zeit nach seiner Präsidentschaft gibt. Wobei ich davon ausgehe, dass er kurz vorm Ende seiner Präsidentschaft seinen Vice Pence an die Macht lässt, der ihn von all seinen Sünden begnadigt so wie Nixon. Meine Frage ist natürlich, kann der nächste Präsident, der vielleicht Demokrat ist, diese Begnadigung auch wieder zurücknehmen?
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