Gerichtsprozess Mutmaßlicher Todesschütze von El Paso bestreitet Schuld

Ein 21-Jähriger soll in einer Walmart-Filiale im texanischen El Paso 22 Menschen erschossen haben, bei seiner Festnahme hatte er den Anschlag gestanden. Vor Gericht plädiert er nun jedoch auf "nicht schuldig".

Patrick C. (Mitte) im Gerichtssaal
Briana Sanchez / El Paso Times via AP

Patrick C. (Mitte) im Gerichtssaal


Der wegen Mordes angeklagte mutmaßliche Todesschütze von El Paso hat sich nicht schuldig bekannt. Das sagte der 21 Jahre alte Angeklagte vor Gericht in Texas bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit seiner Festnahme.

Der Texaner wird beschuldigt, Anfang August vor einer Walmart-Filiale im texanischen El Paso an der Grenze zu Mexiko das Feuer eröffnet und 22 Menschen getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe für den Angeklagten. Der Richter setzte die nächste Anhörung für den 7. November fest.

Ermittler behandeln die Bluttat als inländischen Terrorismus. Sie gehen davon aus, dass der Todesschütze bei seinem Angriff vor allem Mexikaner töten wollte. Unter den Toten war auch ein deutscher Staatsbürger. Der 21-jährige Verdächtige hatte sich nach dem Massaker in dem Einkaufskomplex schließlich der Polizei ergeben und sich laut dieser bei seiner Festnahme noch selbst als den Schützen bezeichnet. Er soll Ermittlern zufolge vor der Tat ein rassistisches Manifest geschrieben und im Internet veröffentlicht haben.

Debatte über schärfere Waffengesetze

Das Massaker von El Paso und eine ähnliche Tat in Ohio hatten in den USA erneut eine Debatte über eine Verschärfung des Waffenrechts ausgelöst. Die oppositionellen Demokraten erhielten bei dieser Forderung Unterstützung aus der Wirtschaft: 145 Konzernchefs riefen den US-Senat in einem von der "New York Times" veröffentlichten Brief dazu auf, einen vom Repräsentantenhaus bereits im Februar beschlossenen Gesetzentwurf zu verabschieden.

Damit sollen Privatverkäufe von Waffen, bei denen es keine Hintergrundprüfung des Käufers gibt, prinzipiell verboten werden. Zu den Unterzeichnern gehörten unter anderem die Geschäftsführer von Airbnb, Uber und Yelp.

US-Präsident Donald Trump und die Republikaner lehnen eine Verschärfung des Waffenrechts jedoch seit Jahren ab. Auch die mächtige Waffenlobbyorganisation NRA bekämpft vehement jeden solchen Versuch. Trump hatte bereits kurz nach dem Anschlag gesagt, er wolle sicherstellen, dass die "sehr starken Ansichten" der Waffenlobby von den Fraktionsführern im US-Kongress einbezogen werden. Zuvor hatte er getwittert, er werde mit der NRA sprechen, damit deren Meinungen "gänzlich repräsentiert und respektiert werden".

kko/dpa



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