Polizeibericht Attentäter von El Paso wollte gezielt Mexikaner töten

Ermittler hatten bereits ein rassistisches Motiv hinter dem Anschlag in Texas vermutet. Ein nun veröffentlichter Polizeibericht über die Festnahme des Todesschützen bekräftigt das.

Polizisten am Tatort: In einem Walmart wurden 22 Menschen erschossen
Mark Ralston / AFP

Polizisten am Tatort: In einem Walmart wurden 22 Menschen erschossen


Der 21-Jährige, der in El Paso im US-Bundesstaat Texas 22 Menschen in einem Walmart erschossen haben soll, hatte sich Minuten nach Tat der Polizei gestellt und den Anschlag gestanden. Das teilte die Polizei in einer eidesstattlichen Erklärung über seine Festnahme mit. Er hat demnach auch gesagt, dass sein Ziel "Mexikaner" gewesen seien.

Rangers des Amts für öffentliche Sicherheit in Texas, die zum Tatort gerufen worden waren, hatten dem Dokument zufolge ein Auto beobachtet, wie es an einer Kreuzung nahe des Walmarts anhielt. Der Attentäter sei aus einem Auto gestiegen, habe die Arme in die Höhe gehalten und gesagt: "Ich bin der Schütze."

Nachdem er über sein Recht, die Aussage zu verweigern, aufgeklärt worden sei, habe der Schütze gesagt, eine der russischen AK-47 ähnliche Waffe benutzt und mehrere Magazine mitgebracht zu haben, um das Attentat zu begehen. Solche Waffen sind in den USA erlaubt. Er habe den Beamten auch geschildert, wie er aus seiner Heimatstadt Allen in die Grenzstadt El Paso gefahren sei.

Trump will Ansichten der Waffenlobby berücksichtigt sehen

Der Täter hatte am Samstag offenbar aus rassistischen Motiven das Feuer in dem Supermarkt eröffnet. Unter den 22 Getöteten waren acht Mexikaner und ein deutscher Staatsbürger. Die Mehrheit der Bevölkerung von El Paso ist hispanischer Abstammung. Der Schütze soll Ermittlern zufolge vor der Tat ein rassistisches Manifest geschrieben haben. Ihm könnte bei einer Verurteilung Berichten zufolge die Todesstrafe drohen.

Ein weiterer Schütze tötete in der Stadt Dayton im Bundesstaat Ohio am frühen Sonntagmorgen zehn Menschen. Auch er nutzte solches Gewehr. Seither ist in den USA erneut eine Debatte um eine Verschärfung des Waffenrechts entbrannt.

Präsident Donald Trump versprach, sich für eine landesweit verbindliche strengere Überprüfung potenzieller Waffenkäufer einzusetzen. Ein Verbot von Sturmgewehren werde im Kongress allerdings keine Mehrheit finden. Trump sagte auch, er wolle sicherstellen, dass die "sehr starken Ansichten" der Waffenlobby von den Fraktionsführern im US-Kongress einbezogen werden.

kko/AP/dpa



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