El Paso und Dayton Trump gibt Medien Mitschuld an jüngsten US-Massakern

Nach den Attentaten von El Paso und Dayton bezichtigt Donald Trump die US-Medien, zu Zorn und Wut im Land beizutragen. Die Berichterstattung müsse sich ändern - "sonst werden diese schrecklichen Probleme nur noch schlimmer".

Donald Trump
AFP

Donald Trump


Donald Trump gibt den Medien eine Mitschuld an den Massakern im texanischen El Paso und in Dayton (Ohio). Sie hätten "eine große Verantwortung für das Leben und die Sicherheit" in den USA, schrieb der US-Präsident auf Twitter. "Fake News" hätten viel zu dem Zorn und der Wut beigetragen, die sich über viele Jahre im Land aufgebaut hätten. "Die Berichterstattung muss anfangen, fair, ausgewogen und unvoreingenommen zu sein, sonst werden diese schrecklichen Probleme nur noch schlimmer."

Dabei hatte Trump selbst den Rassismus im Land in den vergangenen Monaten angefacht: Er beschimpfte beispielsweise US-Abgeordnete, die von Einwanderern abstammen und macht seit Monaten Stimmung gegen Migranten (lesen Sie hier einen Kommentar dazu). Mehrere prominente Demokraten beschuldigten den republikanischen Präsidenten nach den Massakern in El Paso und Dayton, er ebne mit seiner Rhetorik den Weg für Hassverbrechen.

Bewaffnete Angreifer hatten binnen 24 Stunden an zwei verschiedenen Orten in den USA 29 Menschen erschossen. In einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt El Paso in Texas tötete ein Schütze am Samstag mindestens 22 Menschen. Die Ermittler stufen den Fall als inländischen Terrorismus ein und prüfen, ob ein im Netz aufgetauchtes Pamphlet vom Täter stammt, in dem es heißt: "Dieser Angriff ist eine Antwort auf die hispanische Invasion in Texas." Ein anderer Angreifer hatte in der Nacht zum Sonntag in Dayton im US-Bundesstaat Ohio neun Menschen nahe einer Bar getötet.

Nach dem Anschlag in El Paso und der Attacke in Dayton forderte Trump auch schärfere Kontrollen bei Waffenkäufen. Republikaner und Demokraten müssten zusammenkommen, um stärkere "Background Checks" zu erlassen, twitterte Trump.

Video: "Hass hat in unserem Land keinen Platz" - sagt Donald Trump

White House

Bei sogenannten Background Checks handelt es sich um Kontrollen, bei denen unter anderem der Geisteszustand eines Waffenkäufers geprüft wird. Eventuell, so Trump, könne man eine entsprechende Gesetzgebung mit einer "dringend nötigen Einwanderungsreform" verbinden.

Trump will sich am Montag um 16 Uhr MESZ bei einer Pressekonferenz zu den Massakern äußern.

asa/als

insgesamt 61 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
manuelw. 05.08.2019
1.
"Eventuell, so Trump, könne man eine entsprechende Gesetzgebung mit einer "dringend nötigen Einwanderungsreform" verbinden." Wow. Das ist an Zynismus wohl schwer zu überbieten.
Jor_El 05.08.2019
2.
Es verschlägt mir die Sprache. Donald Trump ist des Amtes eines Präsidenten unwürdig.
spon-facebook-10000523851 05.08.2019
3. Alles was ich hier sehe...
ist das Versagen aller Politiker und der Praesidenten vor Trump, Trump eingeschlossen. Ich lebe seit 84 in Texas und "geniesse" das taegliche "Infotainment" (News) aller Networks, die alle ihre politische Agenda unter's kritiklose Volk bringen und ihm mitteilen, was es zu denken hat. Das eigentliche Problem der USA ist ein Bildungs-- und Gesellschaftsproblem.
Jochenberlin 05.08.2019
4. Ach, die Medien sind's
Nein, nicht die von ihm viel gescholtenen Medien haben den Boden u.a. für diese beiden schrecklichen Taten bereitet, sondern er selbst mit seinen unsäglichen Aussagen zu Migranten. Aber zu dieser Selbsterkenntnis wird ein Trump niemals fähig sein!
bayerns_bester 05.08.2019
5.
Unglaublich. Der Handlanger der Waffenlobby, der selbst permanent politische Gegner beleidigt, diffamiert und verbal ausfallend angeht, der andere Ethnien pauschal herabwürdigt, schiebt als den bösen Medien die Schuld in die Schuhe?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.