Elfenbeinküste Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Uno-Soldaten

Sie sollten den Frieden überwachen. Offenbar haben sie dabei selbst schwerste Gewalttaten verübt: Die Uno hat ihre rund 700 marokkanischen Soldaten in der Elfenbeinküste suspendiert, weil die über Jahre hinweg Mädchen sexuell missbraucht haben sollen.


New York- Aus Kreisen der Uno hieß es, angesichts der Schwere der Vorwürfe sei es einem ganzen mehrere hundert Mann starken Bataillon verboten worden, die Kasernen zu verlassen.

Die Blauhelm-Truppen sollen in dem westafrikanischen Land sogar 13-jährige missbraucht haben. Die Mädchen sollen von Einheit zu Einheit weitergereicht worden sein und mehrere uneheliche Kinder geboren haben. Über drei Jahre hinweg soll es zu den schwerwiegenden Missbrauchsfällen gekommen sein.

Die Uno würden nun gegen die Soldaten ermitteln. "Diejenigen, die für schuldig befunden werden, werden nach Hause geschickt", erklärte ein Sprecher der Organisation.

Die marokkanische Uno-Mission äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

In den vergangenen Jahren haben mit der Ausweitung von Uno-Friedenseinsätzen die Berichte über sexuelle Vergehen der Soldaten in afrikanischen Ländern zugenommen. Davon waren auch marokkanische Militärs in der Demokratischen Republik Kongo betroffen. Vor zwei Jahren ließ die Regierung in Rabat deshalb sechs Soldaten festnehmen. Nach den Skandalen hatten die Vereinten Nationen eine "Null-Toleranz-Politik" angekündigt.

Der Uno-Einsatz in der Elfenbeinküste umfasst insgesamt 9000 Soldaten. Marokko stellt das größte Kontingent. Die Truppe soll die zwischen Präsident Laurent Gbagbo und Rebellenführer Guillaume Soro erzielte Friedensvereinbarung überwachen.

esp/Reuters



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