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11. April 2011, 15:29 Uhr

Elfenbeinküste

Soldaten nehmen Gbagbo in seinem Bunker fest

Der Machtkampf an der Elfenbeinküste ist beendet: Kämpfer der Rebellen haben den abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo in seiner Residenz festgenommen, beteiligt an dem Einsatz waren auch französische Eliteeinheiten und Uno-Soldaten. Gbagbos Getreue sind auf dem Rückzug.

Abidjan - Das Spiel ist aus: In der Elfenbeinküste ist nach französischen Angaben der langjährige Staatschef Laurent Gbagbo festgenommen worden. Truppen seines Rivalen Alassane Ouattara hätten Gbagbo am Montag in der Metropole Abidjan festgenommen, sagte der französische Botschafter Jean-Marc Simon. An dem Einsatz waren offenbar auch Truppen aus Frankreich und der Vereinten Nationen beteiligt. In die Festnahme allerdings seien französische Truppen aber nicht verwickelt gewesen, sagte ein französischer Regierungssprecher in Paris.

Ouattaras Truppen hätten Gbagbo ins Golf Hotel, das Hauptquartier des international anerkannten Präsidenten Ouattara, gebracht, sagte Simon weiter. Nach Angaben einer Sprecherin Ouattaras wurde auch seine Frau Simone dorthin gebracht.

Französische Einheiten waren mit Panzern auf den Bunker des abgewählten ivorischen Machthabers Laurent Gbagbo vorgerückt. Mindestens zehn gepanzerte Fahrzeuge hätten Gbagbos Truppen zum Rückzug gezwungen, berichten Augenzeugen. Anhänger des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara hätten den Angriff in der Wirtschaftsmetropole Abidjan unterstützt, hieß es weiter. Sie hätten vor allem Stellungen in der Nähe des staatlichen Fernsehsenders und Gbagbos Wohnsitz angegriffen.

Henri Guaino, Berater des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, betonte im TV-Sender France 2, Aufgabe der französischen Soldaten sei die Vermeidung eines Blutbads. Wörtlich betonte er: "Diese militärische Intervention Frankreichs wurde von der Uno erbeten, um die Zivilbevölkerung zu schützen."

Gbagbo hatte sich in Abidjan mit schwer bewaffneten Milizen verschanzt und weigerte sich bis zuletzt, die Macht an seinen gewählten Nachfolger Alassane Ouattara abzugeben. Frankreich hat derzeit etwa 1650 Soldaten in dem westafrikanischen Krisenstaat.

Französische und Uno-Kampfhubschrauber hatten am Sonntag und in der Nacht zum Montag bereits den Präsidentenpalast sowie die Residenz Gbagbos und mehrere Militärlager angegriffen. Zuvor war das Hotel, in dem der international anerkannte Präsident Alassane Ouattara untergebracht ist, in Brand gesteckt worden. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon bestätigte, die Angriffe auf Gbagbo-Stellungen angeordnet zu haben, da dieser Verhandlungen vor mehreren Tagen dazu benutzt habe, seine Truppen "umzugruppieren" und erneut schwere Waffen in Stellung zu bringen.

ffr/Reuters/dpa/dapd

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