Elfenbeinküste Uno beschließt Sanktionen gegen Gbagbo

Die Kämpfe in der Elfenbeinküste eskalieren: Jetzt haben Anhänger des gewählten Präsidenten Ouattara auch die Hauptstadt Yamoussoukro in ihre Gewalt gebracht. Der frühere Machthaber Gbagbo will sein Amt jedoch immer noch nicht abgeben - der UN-Sicherheitsrat reagierte mit Sanktionen.

Anhänger des gewählten Präsidenten Outtara: Ende der Kämpfe abgelehnt
AFP

Anhänger des gewählten Präsidenten Outtara: Ende der Kämpfe abgelehnt


Yamoussoukro - Der abgewählte Machthaber der Elfenbeinküste gerät immer mehr in Bedrängnis: Anhänger des international als Präsidenten der Elfenbeinküste anerkannten Alassane Ouattara haben eigenen Angaben zufolge die Hauptstadt Yamoussoukro eingenommen. Die Stadt sei in den Händen der Republikanischen Kräfte, sagte der Hauptmann Leon Alla der Nachrichtenagentur AP.

Die Kämpfer marschierten triumphierend durch die Stadt und schossen in die Luft, teilte eine Frau in einem Hotel in der Innenstadt per Telefon mit. Im Hintergrund war Gewehrfeuer zu hören. Anwohner seien auf die Straße gegangen, um Outtaras Anhänger willkommen zu heißen, sagte sie. Seit seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl weigert sich der frühere Machthaber des Landes, Laurent Gbagbo, das Präsidentenamt an Ouattara abzugeben.

Die Einnahme der Hauptstadt ist allerdings vorerst nur ein symbolischer Sieg, denn Gbagbos Sitz ist Abidjan, die größte Stadt der Elfenbeinküste. Doch von Yamoussoukro aus ist der Weg ins kommerzielle Zentrum des Landes geebnet, die größte Autobahn des Landes führt von der Hauptstadt ins 230 Kilometer entfernte Abidjan. Die Anhänger des Kontrahenten waren am Mittwoch an drei Fronten auf die Machtzentren von Gbagbo vorgerückt. Angesichts der Bedrohung rief Gbagbo-Sprecher Don Mello zur Waffenruhe und zu Verhandlungen auf. Outtara-Verbündete lehnten ein Ende der Kampfhandlungen jedoch ab.

Die Anhänger Outtaras brachten unterdessen auch die Städte Bouafle und Sinfra im Landesinneren unter ihre Kontrolle, wie Hauptmann Alla am Mittwoch mitteilte. In den vergangenen Tagen hatten Ouattara-treue Kämpfer bereits die Einnahme der drei strategisch wichtigen Städte Daloa, Bondoukou und Duékoué verkündet.

Am Abend verhängte der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen Gbagbo und seine Vertrauten verhängt. In einer am Mittwoch in New York einstimmig verabschiedeten Resolution forderte das Gremium Gbagbo zudem zum Machtverzicht auf.

lgr/AP/AFP

insgesamt 4 Beiträge
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man_vs_ape 30.03.2011
1. tja
gibt wohl keine wertvollen Ressourcen damit sich ein Einsatz der NATO lohnt...
mardas 30.03.2011
2. Stur wie Gaddafi
Der Ex-Präsident ist stur wie Gaddafi, ich hoffe daher, dass die Ouattara-Kämpfer vorrücken, ohne dass es zu Massakern oder echten Kämpfen kommt. Ich hoffe, Gbabgo lässt sich schnell und unblutig aus dem Land vertreiben, ohne dass es zu einem Bürgerkrieg kommt... Doch ich weiß nicht, ob diese Hoffnung sich erfüllt. Wenn es doch zum Bürgerkrieg kommt, muss die UN eingreifen.
Koltschak 30.03.2011
3. internationale Beobachter fürchten einen Bürgerkrieg.
Ach ja, jetzt herrscht ja tiefster Frieden! Was sind das für depperte "internationale Beobachter"? P.S.: Schon vor zwei Wochen schlug ich vor, Gaddafi ins Exil zu schicken, vorgstern reagierte die Politik auf die gleiche Weise. Daran kann man schon erkennen, wie dumm und dumpf diese Politiker sind, die in dem Fall Elfenbeinküste "einen Bürgerkrieg fürchten." Zu eigenständigem Denken und gar dazu, einmal die Situation anzuschauen scheinen diese hochbezahlten Damen und Herren total unfähig. Es ist Bürgerkrieg in Cote Ivoire, warum sollten sonst Truppen die Hauptstadt einnehmen. Ich fürchte mehr die Politiker als den Bürgerkrieg, der ist nur eine Folge der Politik. Aber was sollen wir dort eingreifen? Kein Öl, kein Gold, kein Nichts.....Also lieber Liebyen bombardieren.
panzerknacker51, 31.03.2011
4. Wo bleiben UN-Mandat und NATO?
Ach, die haben ja kein Öl - Pech (oder Glück?) gehabt.
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