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09. Mai 2011, 22:34 Uhr

Elfenbeinküste

Uno entdeckt 68 Leichen in Massengräbern

Vertreter der Uno haben in der Elfenbeinküste mehrere Massengräber mit insgesamt 68 Leichen entdeckt. Vermutlich sind Anhänger des gestürzten Despoten Gbagbo die Täter - sie sollen ihre Opfer einen Tag nach der Festnahme des abgewählten Ex-Präsidenten getötet haben.  

New York/Dakar - Schrecklicher Fund nach Ende des blutigen Machtkampfs in der Elfenbeinküste: Uno-Mitarbeiter haben in dem westafrikanischen Land mehrere Massengräber mit insgesamt 68 Leichen entdeckt. Die Gräber seien bereits am Freitag im Viertel Yopougon der Wirtschaftsmetropole Abidjan gefunden worden, teilte Uno-Sprecher Farhan Haq am Montag mit.

Insgesamt handelte es sich demnach um zehn Gräber, in einem davon lagen allein 31 Todesopfer, in einem weiteren 21. Die Uno nimmt an, dass die Opfer alle männlich sind und am 12. April von Anhängern des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo getötet wurden - nur einen Tag zuvor, am 11. April, war Gbagbo von Truppen der Vereinten Nationen und des international anerkannten Wahlsiegers Alassane Ouattara festgenommen worden.

Nach dem Fund seien Zeugen und Angehörige der Opfer von Ermittlern der Hohen Uno-Kommission für Menschenrechte befragt worden, sagte Sprecher Haq. Außerdem ginge die Organisation Hinweisen auf weitere Massengräber nach.

Nach der Präsidentschaftswahl im vergangenen November hatte Gbagbo die Macht nicht abgeben wollen. Daraufhin brach ein monatelanger blutiger Machtkampf zwischen Gbagbos Anhängern und den Unterstützern Ouattaras aus. Dabei starben nach Uno-Angaben mehr als tausend Menschen, laut ivorischen Behörden waren es fast 3000 Todesopfer. Ouattara wurde vergangene Woche offiziell zum neuen Staatschef vereidigt.

fdi/AFP

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