Linke Demokratin Elisabeth Warren will 2020 US-Präsidentin werden

In einem Video hatte sie es bereits angekündigt - nun hat US-Senatorin Elisabeth Warren offiziell bekanntgegeben, 2020 bei den Präsidentschaftswahlen kandidieren zu wollen.

Elizabeth Warren kündigt ihre Kandidatur an
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Elizabeth Warren kündigt ihre Kandidatur an


Die linke demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren will bei der Präsidentschaftswahl 2020 Amtsinhaber Donald Trump ablösen. In Lawrence im Bundesstaat Massachusetts gab sie vor Anhängern ihre Bewerbung um die Kandidatur der Demokraten bekannt. Dabei bezeichnete Warren die Trump-Regierung als "die korrupteste seit Menschengedenken".

Die 69-Jährige gehört zum wachsenden Feld von Demokraten, die sich ein Jahr vor den Vorwahlen um die Kandidatur der Partei bewerben. Darunter sind mehrere Frauen. Warren zählt zu den einflussreichsten Bewerbern. Sie fordert unter anderem eine Sondersteuer für die reichsten 75.000 Familien in den USA, um beispielsweise die Mittelschicht und den Klimaschutz zu fördern.

Warren verwies auf ihren eigenen sozialen Aufstieg, der aus der Tochter eines Hausmeisters eine Jura-Dozentin an der Eliteuniversität Harvard machte."Die Reichen und Mächtigen scheinen die Regeln zu brechen und keinen Preis dafür zu bezahlen", sagte Warren am Samstag vor jubelnden Anhängern. "Wenn ich darüber rede, dann schreien einige reiche Typen: Klassenkampf! Lassen Sie mich Ihnen etwas erzählen: Dieselben reichen Typen kämpfen seit Jahrzehnten einen Klassenkampf gegen hart arbeitende Menschen. Ich sage: Es ist an der Zeit, sich zu wehren!"

Bereits im Dezember hatte Warren bekanntgegeben, ein Wahlkomitee einzurichten, das ihre offizielle Kandidatur vorbereiten sollte. Damals wandte sie sich in einem Video an ihre Anhänger - direkt aus ihrer Küche.

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Warren hatte eine Kontroverse ausgelöst, weil sie sich in der Vergangenheit als amerikanische Ureinwohnerin bezeichnet hat. Präsident Trump verspottet sie regelmäßig als "Pocahontas", eine berühmte Ureinwohnerin aus dem 17. Jahrhundert. Kritiker warfen Warren vor, sich als Ureinwohnerin ausgegeben zu haben, um ihre Karriere zu befördern.

Im Oktober legte Warren einen DNA-Test vor, wonach es "überzeugende Beweise" dafür gebe, dass einer ihrer Vorfahren vor sechs bis zehn Generationen ein amerikanischer Ureinwohner war. Der Stamm der Cherokee missbilligte das und nannte den DNA-Test "nutzlos". Er sei kein Beweis für eine Stammeszugehörigkeit, die ihre Wurzeln in jahrhundertealter Kultur habe. Die "Washington Post" berichtete vor wenigen Tagen unter Berufung auf eine Stammessprecherin, Warren habe sich entschuldigt.

Trump unterstellte ihr außerdem, Harvard hätte sie nicht eingestellt, wenn sie sich nicht als Angehörige einer Minderheit ausgegeben hätte. In den vergangenen Tagen flammte die Debatte wieder auf: Die "Washington Post" veröffentlichte eine Karteikarte der Anwaltskammer von Texas aus dem Jahr 1986, auf der Warren angegeben habe, sie sei amerikanische Ureinwohnerin.

kko/dpa/AFP

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