Hohe Terrorgefahr Deutsche Behörden sehen hohe Gefahr bei EM - Anschläge von Einzeltätern "jederzeit einzukalkulieren"

Polizei und Verfassungsschutz sind alarmiert. Spontane Anschläge von Einzeltätern bei der Fußballeuropameisterschaft seien "jederzeit einzukalkulieren", heißt es in einer Analyse, die dem SPIEGEL vorliegt.
Anti-Terror-Übungen für die EM in Lyon

Anti-Terror-Übungen für die EM in Lyon

Foto: Robert Ghement/ dpa

Deutsche Sicherheitsbehörden sehen bei der Fußballeuropameisterschaft in Frankreich nach Informationen des SPIEGEL eine hohe Anschlagsgefahr. Der Verfassungsschutz ist demnach beunruhigt, dass ein Sprecher der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kürzlich Unterstützer im Westen zu Attentaten während des Ramadan aufgerufen hat. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Dadurch, dass die islamische Fastenzeit sich mit dem Großturnier überschneide, entstehe eine "besondere Brisanz", heißt es in einem vertraulichen Bericht. "Hierdurch wird die Hemmschwelle herabgesetzt." Außerdem seien in der neuen Ausgabe eines Propagandamagazins, das der Terrororganisation al-Qaida nahesteht, erneut kleinere Attentate mit einfachen Mitteln verherrlicht worden. Solche sogenannten Lone Wolf-Anschläge sind häufig Spontantaten und können nur schwer verhindert werden.

Auch das Bundeskriminalamt (BKA) warnt in einer Analyse zur EM vor radikalisierten Einzeltätern. Es müsse "jederzeit einkalkuliert" werden, dass diese zuschlügen. Aber auch konzertierte Aktionen wie im vergangenen Jahr bei den Anschlägen in Paris seien denkbar.

Insgesamt sei die Terrorgefahr während der EM in Deutschland und Frankreich hoch. Es gebe jedoch bislang keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge, so das BKA.

Video: Spezialeinheit simuliert Anschlag auf EM-Fanzone

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