EU-Kampftruppe Macron fordert Bildung einer "wahren europäischen Armee"

Frankreichs Staatschef Macron forderte seit Monaten eine Interventionsarmee der EU, nun ist er noch deutlicher geworden: Eine "wahre europäische Armee" solle es geben - zum Schutz gegen "autoritäre Mächte".
Emmanuel Macron

Emmanuel Macron

Foto: Ludovic Marin/ dpa

Der von US-Präsident Donald Trump angekündigte Rückzug aus dem INF-Abrüstungsvertrag mit Russland ist eine Gefahr für Europa - so sieht es zumindest der französische Präsident Emmanuel Macron. Das "Hauptopfer" seien "Europa und seine Sicherheit". Deshalb hat er noch einmal seine Forderung nach gemeinsamen europäischen Streitkräften bekräftigt.

Ohne eine "wahre europäische Armee" könnten die Europäer nicht verteidigt werden, sagte Macron im Interview mit dem Radiosender Europe 1. Mit Blick auf "Russland, das an unseren Grenzen steht und das zur Bedrohung werden könnte", dürften sich die Europäer "nicht allein auf die USA verlassen".

Macron begründete seine Forderung mit der Warnung vor "autoritären Mächten, die an den Grenzen Europas aufsteigen und die sich wieder bewaffnen". Europa müsse sich verteidigen "mit Blick auf China, auf Russland und sogar auf die USA".

Bereits im vergangenen Jahr hatte Macron angeregt, bis 2020 in Europa eine "gemeinsame Interventionstruppe" für Kriseneinsätze zu schaffen. Er schlug zudem ein gemeinsames Verteidigungsbudget und eine gemeinsame Doktrin vor.

Die Bundesregierung hatte damals zunächst zurückhaltend reagiert: Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte, Macrons Vorschläge seien "kein Projekt unmittelbar für morgen".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich später allerdings offener für Macrons Vorstoß. "Ich stehe Präsident Macrons Vorschlag einer Interventionsinitiative positiv gegenüber", sagte Merkel im Juni der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Eine europäische Interventionstruppe müsse aber in die bestehende "Struktur der verteidigungspolitischen Zusammenarbeit" der EU eingefügt werden, sagte die Kanzlerin damals.

vks/AFP
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