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28. Januar 2019, 09:51 Uhr

Streit über Flüchtlinge

Macron lässt Pöbler aus italienischer Regierung abblitzen

Führende italienische Politiker haben in den vergangenen Tagen mehrfach versucht, den französischen Präsidenten zu provozieren. Jetzt reagiert Emmanuel Macron - betont gelassen.

Sie hatten sich mit ihren Provokationen große Mühe gegeben - doch nun hat der französische Präsident Emmanuel Macron den italienischen Premier und seinen Vize einfach abblitzen lassen. Am Rande eines Ägyptenbesuchs erklärte Macron die Angriffe der letzten Tage für "überhaupt nicht interessant". Weiter sagte der Präsident: "Ich werde nicht antworten. Denn das ist das einzige, was sie erwarten."

Die Stänkereien aus Rom hatten in der vergangenen Woche begonnen; zunächst griff Luigi Di Maio, Parteivorsitzender der rechtspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung Macron an. Frankreich sei Hauptschuldiger an der Migration von Afrika nach Europa - dagegen werde er Sanktionen bei der EU beantragen, so Di Maio. Das sei "ein Kampf des Anstandes gegen die Heuchelei von Macron".

Anschließend legte Lega-Boss Matteo Salvini nach. Er hoffe, dass die Franzosen ihren "sehr schlechten Präsidenten" bei der Europawahl entsprechend abstrafen. Und auch Ministerpräsident Giuseppe Conte stieg mit ein - wenn auch mit etwas verhalteneren Tönen. Es sei doch "legitim, das Thema anzusprechen", so Conte.

In Italien stehen in Kürze Regionalwahlen an - ein möglicher Grund für die Provokationen. Denn Di Maios Fünf-Sterne-Bewegung verliert immer weiter an Stimmen. Durch die Angriffe gegen Emmanuel Macron hat er nun das Medieninteresse vorerst sicher.

Eine Analyse des italienisch-französischen Zerwürfnisses lesen Sie hier.

lmd/AFP

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