Facebook-Äußerung von Brasiliens Präsident Macron verbittet sich Spott über Äußeres seiner Frau

Der Streit zwischen Emmanuel Macron und Jair Bolsonaro wird persönlich: Brasiliens Präsident teilte einen abfälligen Onlinekommentar über Brigitte Macron. Die Reaktion des französischen Staatschefs ist deutlich.

Ehepaar Macron: Brasilien habe ein "großartiges Volk", das sich wahrscheinlich seines Präsidenten schäme
Francois Mori/ AFP

Ehepaar Macron: Brasilien habe ein "großartiges Volk", das sich wahrscheinlich seines Präsidenten schäme


Freunde werden Emmanuel Macron und Jair Bolsonaro in diesem Leben wohl nicht mehr. Der seit Tagen andauernde Streit zwischen den Präsidenten Brasiliens und Frankreichs ist am Montag weiter eskaliert. Bolsonaro sorgte mit der Billigung eines sexistischen Facebook-Beitrags über Frankreichs Präsidentengattin Brigitte Macron für Empörung.

Emmanuel Macron verurteilte Bolsonaros Verhalten als "überaus respektlos" und deutete seine Hoffnung auf ein baldiges Ende von dessen Amtszeit an. Der Brasilianer antwortete, er könne die "Attacken" Macrons nicht akzeptieren.

Bolsonaro machte sich einen Facebook-Post zu eigen, in dem ein Nutzer des Onlinedienstes über das Äußere von Brigitte Macron hergezogen hatte. Der Nutzer hatte eine unvorteilhafte Aufnahme der 66-Jährigen neben ein Bild der 37-jährigen Gattin Bolsonaros gestellt. Dazu schrieb er: "Versteht ihr jetzt, warum Macron Bolsonaro bedrängt?" Er wette, dass Macron neidisch auf Bolsonaro sei.

Macron und Bolsonaro (Ende Juni 2019): "Das ist traurig zuerst für ihn und die Brasilianer"
Jacques Witt /AFP

Macron und Bolsonaro (Ende Juni 2019): "Das ist traurig zuerst für ihn und die Brasilianer"

Brasiliens Präsident setzte einen belustigten Kommentar unter den Post. "Demütige den Typen nicht, haha", schrieb er. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, ob der Kommentar von Bolsonaro selbst abgegeben wurde, wollte sich ein Sprecher nicht äußern. Bolsonaro war in der Vergangenheit bereits mehrfach mit sexistischen Äußerungen aufgefallen.

Hoffen auf einen neuen Staatschef - mit Manieren

Macron griff ihn nun am Rande des G7-Gipfels wegen seiner aktuellen Entgleisung scharf an. "Was kann ich Ihnen sagen? Das ist traurig, das ist traurig, aber das ist traurig zuerst für ihn und die Brasilianer." Die Brasilianer seien ein "großartiges Volk", das sich wahrscheinlich seines Präsidenten schäme, sagte Macron. Er hoffe, dass die Brasilianer "sehr schnell" einen Staatschef bekämen, "der sich angemessen verhält".

Kurz nach diesen Äußerungen meldete Bolsonaro sich im Kurzbotschaftendienst Twitter zu Wort. "Wir können nicht akzeptieren, dass ein Präsident, Macron, unangemessene und ungerechtfertigte Attacken gegen das Amazonasgebiet fährt", schrieb der Präsident. Macron behandle die Region wie eine Kolonie, wiederholte Bolsonaro einen Vorwurf vom Donnerstag.

Außer Bolsonaro gingen auch andere brasilianische Regierungsmitglieder zu persönlichen Angriffen auf Macron über. Auf Twitter zog Bildungsminister Abraham Weintraub über Macron her. Dieser sei bei den Waldbränden im Amazonasgebiet nicht "auf der Höhe". "Er ist nur ein opportunistischer Dummkopf, der die Unterstützung der französischen Agrarlobby sucht."

Immer wieder heftige Attacken aus Brasilien

Macron hatte wegen der Umweltpolitik Bolsonaros eine Blockade des Freihandelsabkommens mit dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur angekündigt. Bereits am Freitag hatte der Sohn des brasilianischen Staatschefs, Eduardo Bolsonaro, bei Twitter ein Video der Gelbwestenproteste in Frankreich mit dem Kommentar geteilt: "Macron ist ein Idiot."

Der ultrarechte brasilianische Staatschef hatte sich zuvor mit Blick auf die Brände jegliche Einmischung aus dem Ausland verbeten. Dass Macron beim G7-Gipfel in Abwesenheit der Länder der Amazonasregion über die Waldbrände sprechen wolle, offenbare eine "kolonialistische Mentalität".

Im ökologisch sensiblen Amazonasgebiet lodern derzeit Tausende Waldbrände, vor allem Brasilien ist betroffen. Die G7-Staaten sagten am Montag rund 20 Millionen Euro an Soforthilfe zu, mit denen Löschflugzeuge finanziert werden sollen.

jok/AFP

insgesamt 174 Beiträge
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nabuccodiverona 27.08.2019
1. Unfassbar
Gerade kam die Meldung (hier in Brasilien) rein, dass die Regierung Bolsonaro die Finanzhilfe der G7 ABLEHNEN wird. Ich lebe und arbeite seit 7 Jahren hier und bin, gelinde gesagt, sprachlos. Leider halten unheimlich viele Brasilianer das Verhalten dieser Regierung für durchaus angemessen, Macron, Europa will ja nur die Importe landwirtschaftlicher Produkte aus Brasilien verhindern, um die regionale Landwirtschaft zu schützen. Außerdem scheint Macron, demnächst Amazônia zu annektieren... Derweil brennt es munter weiter und wenn es wieder etwas ruhiger wird, dann wird weiter fleißig abgeholzt. Traurig!
arminbkk2001 27.08.2019
2. mercosur auf "eis' legen
Solange der Faschist Bolsonaro und seine Clique an der macht sind, mercosur auf Eis legen. Haette mir da mehr Entschlossenheit von merkel gewuenscht. Was sagt sein Busenfreund Trump zu den Entgleisungen Bolsanaros?
bakiri 27.08.2019
3. Einfach ein schwacher Mensch
Das klassische Beispiel. Wenn jemandem die sachlichen Argumente ausgehen wird er persönlich. Das ist Schwach, einfach nur schwach. In der brasilianischen Regierung scheint es einige sehr schwache Menschen zu geben. Schade für das Land.
stefan.p1 27.08.2019
4. Die Waldbrände in Brasilien sind eine internationale Katastrophe
die uns zeigen wie unwichtig die deutschen Bemühungen gegen den Klimawandel sind. Die Hilfen müssen so schnell wie möglich in das Amazonas Gebiet gelangen , da sind die persönlichen Angiftungen zwischen Macron und Bolsonaro nicht sehr Hilfreich.Wir sind schließlich auf die Mitarbeit des Brasilianschen Staatsoberhaupt angewiesen,wenn wir den Regenwald durch das löschen der Brände und das anschließende Aufforsten retten wollen. Da müssen die westlichen Länder auch mal eine Faust in der Tasche machen und sich nicht wie Kolonialherren aufführen sondern diplomatischer Vorgehen. Das heißt als erstes Bolsonaro als gleichberechtigten Gesprächspartner anerkennen. Die Alternativen wären der Verlust des Amazonas-Regenwald oder Sturz/ Krieg gegen Brasilien. Beides nicht besonders gut für die Welt!
traumglauben 27.08.2019
5.
So ein Verhalten ist einfach untragbar. Dieser unsägliche Auftritt der Rechtspopulisten sollte jedem klar machen, welch Geistes Kind diese Menschen sind. Leute wacht endlich auf!
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