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Frankreichs Präsident in der Kritik Macron ätzt gegen Arbeitslose

"Abgehoben", "Präsident der Reichen": Der französische Staatschef Macron steht wegen herablassender Bemerkungen in der Kritik - nicht zum ersten Mal wetterte er gegen Arbeitslose.
Emmanuel Macron

Emmanuel Macron

Foto: GONZALO FUENTES/ REUTERS

Derbe Bemerkungen über Arbeitslose haben dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron  viel Ärger eingebracht. Bei einem Besuch in Südwestfrankreich sagte der Staatschef mit Blick auf protestierende Arbeiter und Ex-Arbeiter eines Automobilzulieferers: Einige täten besser daran, sich nach Stellen in einem anderen Unternehmen in der Region umzuschauen, "anstatt alles durcheinanderzubringen".

Der 39-Jährige benutzte dabei den Ausdruck "foutre le bordel" ("alles durcheinander bringen"/"wüste Unordnung schaffen"/"einen Saustall hinterlassen"), der als derb und umgangssprachlich gilt. Zahlreiche Radio- und Fernsehsender verbreiteten am Donnerstag einen Audiomitschnitt von dem Gespräch. Wer diesen machte, ist unklar.

Gegen den Besuch Macrons in der Stadt Egleton im Zentrum Frankreichs hatten zuvor entlassene Mitarbeiter eines Autoteile-Herstellers demonstriert. Sie werfen dem Präsidenten vor, sich nicht für ihre Belange einzusetzen. Seit der Ankündigung seiner Regierung, die Reichensteuer weitgehend abzuschaffen, wird ihm vor allem vom linken Lager vorgeworfen, "Präsident der Reichen" zu sein.

Oppositionspolitiker der Linken wie der Rechten warfen Macron nun auch wegen seiner Äußerungen "Arroganz" und Abgehobenheit vor. Der Generalsekretär der konservativen Partei Die Republikaner, Bernard Accoyer, attestierte ihm mangelnden "Respekt für die Mitbürger, besonders für diejenigen in Schwierigkeiten".

Macron hatte bereits in der Vergangenheit mit scharfen Bemerkungen Aufsehen erregt. So bezeichnete er einmal Reformgegner als "Faulenzer". Sein Sprecher verteidigte die umstrittene Formulierung Macrons. "Ich glaube, man kann kultiviert sein und wie die Franzosen sprechen", sagte Christophe Castaner dem Radiosender Radio Classique.

Korrektur: In einer früheren Version hieß es, Macron habe den Ausdruck "fourtre le bordel" benutzt.

vks/AFP/dpa
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