Krise zwischen Iran und USA Macron wirbt für Gespräche zwischen Washington und Teheran

Nach der Kanzlerin haben sich der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson für Gespräche zwischen den USA und Iran ausgesprochen. Sie wollen neue Verhandlungen.

Emmanuel Macron unterstützt die Position Angela Merkels - auch sie würde Gespräche zwischen Iran und den USA "begrüßen"
Ludovic Marin/ AFP

Emmanuel Macron unterstützt die Position Angela Merkels - auch sie würde Gespräche zwischen Iran und den USA "begrüßen"


Nach getrennten Treffen mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani und dem amerikanischen Amtsinhaber Donald Trump hat sich der französische Präsident Emmanuel Macron für direkte Gespräche zwischen Iran und den USA ausgesprochen. "Ich glaube, dass die Bedingungen für eine schnelle Rückkehr zu Verhandlungen geschaffen wurden", sagte er nach den Treffen. Die Staats- und Regierungschef sind wegen der Uno-Vollversammlung und dem vorangegangenen Klimagipfel in New York.

Es gebe eine gemeinsame Absicht voranzukommen und nicht nur die Rahmenbedingungen für eine Deeskalation festzulegen. "Es geht um eine langfristige politische Übereinkunft, aber es kommt auf den Willen beider Seiten an", so Macron weiter. Sollte Rohani ohne ein Treffen mit Trump wieder abreisen, so sei dies eine "vertane Chance".

Der britische Premierminister Boris Johnson teilte Macrons Auffassung, dass ein einheitliches Vorgehen im Atomkonflikt verfolgt werden müsse: "Ich stimme Emmanuel zu. Wir müssen am Rand des Schwimmbeckens stehen und gleichzeitig springen."

Regierung in Teheran hat Gespräche mit den USA zunächst ausgeschlossen

Macron und Johnson stützten damit die Position Angela Merkels. Die Bundeskanzlerin hatte zuvor im Atomstreit für direkte Gespräche zwischen den USA und Iran geworben. "Aber das wird sicher nicht so funktionieren, dass alle Sanktionen vorher vom Tisch genommen werden", wies sie iranische Forderungen zurück.

Die Regierung in Teheran hat direkte Gespräche ausgeschlossen bis die USA wieder zum Atomabkommen von 2015 zurückkehren. Dafür müsste die US-Regierung ihre jüngsten Sanktionen zurücknehmen. Trump erklärte, der Druck auf den Iran werde nur noch stärker werden.

Bundesaußenminister Heiko Maas ist ebenfalls in New York und hat sich dort mit seinen Kollegen aus Iran und Saudi-Arabien getroffen. Zunächst traf er sich mit dem saudi-arabischen Staatssekretär für Auswärtiges, Adel al-Dschubair, und dann mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Sie sprachen über die sich zuspitzende Krise in der Golfregion.

Am Mittwoch nimmt Maas an einem Treffen der Staaten teil, die das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe unterzeichnet haben. Einzelheiten zu den Gesprächen mit Al-Dschubair und Sarif wurden zunächst nicht bekannt.

höh/dpa

insgesamt 5 Beiträge
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McTitus 25.09.2019
1. Das Angebot zu Gesprächen ...
... kommt ein bisschen spät. Vor Allem hätten die Europäer mal mit Trump reden sollen, statt dem Affen jetzt auch noch Zucker zu geben, nur weil er wieder mit dem Fuß aufstampft. Durch die einstimmige Zuweisung der Verantwortung der Krise dem Iran gegenüber aus Richtung Frankreichs, des UK und Deutschlands, hat Trump die Europäer genau dort wo er sie haben will. Auf seiner Seite. Die Zeichen stehen auf Krieg. Die Angebote zu Gesprächen sind reine Heuchelei, weil viel zu spät.
helmutspecht 25.09.2019
2. "Gespräche"
Iran hat 2015 das JCPOA-Abkommen akzeptiert. Der Deal: Verzicht auf Atomwaffen gegen wirtschaftliche Hilfen. Im Mai 2018 hat D. Trump das Abkommen ausgesetzt und harte Sanktionen verhängt mit dem Ziel, Iran wirtschaftlich zu strangulieren. Zur Unterstreichung hat D. Trump auch Kriegsschiffe und Bomberstaffeln nach Nahost verlegt. Jetzt folgen ihm die europäischen Vasallen, um den Hegemon nicht zu verärgern. Aber niemand beantwortet die Fragen: Was hat der Iran von neuen Verhandlungen, wenn das alte Abkommen einfach so beendet wird? Warum ein neues Abkommen, wenn schon das alte nicht funktioniert hat?
madmorty 25.09.2019
3. Welches Abkommen
Bislang hat Trump doch jedes Abkommen aufgekündigt. Handelsabkommen, Klimaabkommen Atomabkommen ohne neue Abkommen zu vereinbaren. Ich wundere mich warum die Europäer noch klein beigeben und dem verlogenen Selbstdarsteller im weissen Haus zur Seite springen. Wer sichert zu das ein neues Abkommen eingehalten wird? Das letzte Abkommen ist 8 Jahre verhandelt worden! Ich bin sicher: Ein Abkommen zwischen Iran und den USA wird es nicht geben. Iran ist es seit 40 Jahren gewohnt Sanktionen durchzustehen und auch zu umgehen. Auch dieses Mal. Schade nur das die westliche Außenpolitik den radikalen Kräften im Iran in die Karten spielt. Man stelle sich Deutschland anstelle des Iran vor. Welche radikalen Kräfte würden hierzulande Zulauf finden? Jeder der hier anderer Meinung ist sollte sich bitte mal die kompletten aktuellen Interviews von Außenminister Zarif mit CNN und CBS ansehen. Da wird einiges klar!
schamot 25.09.2019
4. Genau, erst nach Merkel
Der machen sie es nach. Denn zum selber Denken sind sie zu blöd. Was soll diese Rethorik SPON?
Grzegorz 25.09.2019
5. Reden? Worüber
Die USA sind kein verlässlicher Partner. Worüber soll der Iran mit den USA also sprechen? Die Perser haben begriffen, dass man mit den USA keine Verträge schließen kann die auch nur das Papier wert sind auf dem diese geschrieben stehen. Daher ist es auch vernünftig von Iran einfach nicht mehr mit den USA zu sprechen. Trump würde das allenfalls als politischen Triumph als großer Dealmaker nutzen wollen. Den gefallen sollte man ihm einfach nicht machen. So lange die USA sich nicht an das Abkommen halten reichert Iran eben Uran an.
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