Trotz Protest aus China Obama trifft den Dalai Lama

Zwei Friedensnobelpreisträger unter sich: US-Präsident Barack Obama hat den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen - den Drohungen aus China zum Trotz. Peking bestellte aus Protest den amerikanischen Botschafter ein.

Dalai Lama und Barack Obama: Treffen trotz Protest aus China
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Dalai Lama und Barack Obama: Treffen trotz Protest aus China


Washington/Peking - Nein, es durfte nicht das Oval Office sein, der Kartenraum im Weißen Haus musste reichen. Die Verantwortlichen auf US-Seite gaben sich alle Mühe, deutlich zu machen: Hier treffen sich keine Staatsoberhäupter, hier empfängt der US-Präsident lediglich einen Gast, wenn auch eine "international respektierte religiöse und kulturelle Persönlichkeit".

So kamen also Barack Obama und der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, am Freitag zusammen. Es ist das dritte Treffen der beiden, seit der 44. US-Präsident sein Amt antrat. Und auch dieses Mal gab es heftige Proteste aus China.

Schon im Vorfeld hatte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking angekündigt, der Empfang werde die Beziehungen zwischen den USA und China "schwer schädigen". Sie forderte Obama auf, das Treffen "sofort" abzusagen. Es sei eine "grobe Einmischung" in Chinas innere Angelegenheiten. Die Sprecherin warf dem Dalai Lama "separatistische Aktivitäten unter dem Deckmantel der Religion" vor. Nach dem Treffen bekräftige Peking seinen Standpunkt - und bestellte den amerikanischen Botschafter in China ein.

Der 78 Jahre alte Dalai Lama gilt als Symbol des gewaltlosen Widerstands der Tibeter gegen die chinesische Besatzung ihrer Heimat. Tibet steht seit 1950 unter der Kontrolle Chinas. Die Tibeter und vor allem die buddhistischen Mönche wehren sich seit langem gegen eine von ihnen ausgemachte Unterdrückung ihrer Kultur. Immer wieder gibt es Selbstverbrennungen.

Bereits im Juli 2011 hatte sich der Dalai Lama mit Obama getroffen. Auch damals hatte Peking heftig protestiert - dies blieb allerdings weitgehend folgenlos.

Die US-Regierung erkennt den Status Tibets als einen Teil Chinas an und setzt sich nicht für eine Unabhängigkeit der Region ein. Man unterstütze aber die Forderungen des Dalai Lama nach einer größeren Autonomie, sagte eine Regierungssprecherin.

Bei dem aktuellen Treffen durften keine Journalisten dabei sein, das Weiße Haus veröffentlichte lediglich Fotos.

otr/AP

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redbayer 22.02.2014
1. Der Friendensnobelpreisträger Obama
provoziert halt gerne die Chinesen, das hat man schon im Inselstreit vor Taiwan gesehen. Am liebsten wäre ihm offenbar ein Konflikt mit China? Den "verkalkten Lama" immer wieder einzuladen (macht man ja gerne auch hier) bringt ja überhaupt nichts, weder den Thibetern (dort ist er ja vor Jahrzehnten geflohen), noch den Amerikanern. Es geht nur um imperiales Gehabe, wie überall auf der Welt durch die USA und EU (siehe Ukraine)
lkm67 22.02.2014
2.
Zitat von sysopDPAZwei Friedensnobelpreisträger unter sich: US-Präsident Barack Obama hat den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen - den Drohungen aus China zum Trotz. Peking bestellte aus Protest den amerikanischen Botschafter ein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/empfang-in-washington-obama-trifft-dalai-lama-a-955016.html
Die chinesischen Staatsparanoiden haben echt eine Begabung jemanden das Wort im Munde herumzudrehen. Wenn Herr Obama, egal wen auch immer auf diesem Globus empfängt, dann ist das seine Sache und jeder Versuch das zu verbieten hingegen wird dann zu einer Einmischung in persönliche Dinge des Herrn. Keinesfalls anders herum. Ich frage mich immer wieder wie es mancne Extremisten immer wieder schaffen bzw. es versuchen sich die Welt zurecht zu drehen wie sie sie brauchen. Bewundernswert, verachtenswert.
was..soll..das?? 22.02.2014
3. Es ist auch eine grobe Einmischung...
in interne Belange, von einem demokratisch gewählten Präsidenten zu sagen wen er treffen darf und wen nicht. Fast schon unverschämt ist mit der Verschlechterung der beziehung zu drohen. "fast" deswegen, da Amerika und wir Europäer das auch machen, wenn wir uns trauen. Zumindest trifft Amerika diese Person und sagt knickt nicht ein wie Deutschland! Chinas Außenminister ist nicht demokratisch legitimiert, Obama ist es! Reminder: China ist eine Diktatur!
lkm67 22.02.2014
4.
Zitat von redbayerprovoziert halt gerne die Chinesen, das hat man schon im Inselstreit vor Taiwan gesehen. Am liebsten wäre ihm offenbar ein Konflikt mit China? Den "verkalkten Lama" immer wieder einzuladen (macht man ja gerne auch hier) bringt ja überhaupt nichts, weder den Thibetern (dort ist er ja vor Jahrzehnten geflohen), noch den Amerikanern. Es geht nur um imperiales Gehabe, wie überall auf der Welt durch die USA und EU (siehe Ukraine)
Ob der Mann nun verkalkt ist oder nicht, ob die US Amerikaner nun versuchen imperial Einfluss auf die Geschehnisse in der Ukraine zu nehmen oder nicht. Beides mag richtig sein. Das Treffen zwischen den beiden Männern jedoch findet in Washington statt und bedarf ausschliesslich der Entscheidung der beiden Teilnehmenden. Der Versuch das zu verbieten hingegen ist eine Einmischung in die Angelegenheiten der beiden. Und! Wenn sie den Terminus so sehr schätzen, zeigt dieser Versuch, 5.000 km entfernt etwas zu verbieten ein imperiales Verhalten . . . doch in diesem Fall ist es das Verhalten der chinesischen Staatdiktatoren.
interessierter_mitbürger 22.02.2014
5.
Zitat von sysopDPAZwei Friedensnobelpreisträger unter sich: US-Präsident Barack Obama hat den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen - den Drohungen aus China zum Trotz. Peking bestellte aus Protest den amerikanischen Botschafter ein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/empfang-in-washington-obama-trifft-dalai-lama-a-955016.html
Inwiefern wird der Dalai Lama oder dessen Sache denn unterstützt? Mit Millionenspenden aus den USA oder von irgendwelchen US-finanzierten NGOs? Wer weiß wie sich das noch entwickelt (auch z.B. die Position der USA zur Anerkennung Tibets als Teil Chinas; Sadam, Bin Laden und co. waren ja auch mal Freunde der USA). China sollte den entsprechendne Personen und Organisationen unbedingt genau auf die Finger gucken. Auch von deutscher Seite sollte es keine Stützung einer "Demokratie-","Oppositions-" oder "Autonomiebewegung" in China, Russland etc. geben. Wir würden auch nicht wollen wenn andere sich bei uns einmischen.
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