Ende der Waffenruhe Viele Tote bei Kämpfen zwischen Hamas und Fatah

Neuer Höhepunkt im innerpalästinensischen Bruderkrieg: Binnen weniger Stunden wurden seit gestern mindestens 20 Menschen getötet - es sind die schwersten Kämpfe seit Bildung der Einheitsregierung im März.


Gaza - In der Nacht töteten Kämpfer der radikal-islamischen Palästinensergruppe Hamas bei einem Angriff auf ein Haus eines Geheimdienstchefs in Gaza mindestens vier Wachleute. Aus palästinensischen Polizeikreisen verlautete, mehrere dutzend Hamas-Leute hätten das Haus von Raschid Abu Schbak am frühen Morgen attackiert. Schbak, der zur Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbad gehört, hielt sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in seinem Haus auf. Hamas und Fatah liefern sich seit dem Wochenende im Gazastreifen wieder Kämpfe.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich "zutieft besorgt" über die jüngsten innerpalästinensischen Ausschreitungen. Er werde dieses Thema mit Palästinenserpräsident Abbas besprechen, kündigte Ban in New York an. Zugleich forderte er Abbas auf, "die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen".

Gleichzeitig ernannte die Uno einen britischen Diplomaten und ehemaligen BBC-Mitarbeiter zum neuen Sonderkoordinator für Nahost. Michael Williams übernehme den Posten von dem Peruaner Alvaro de Soto, teilte Ban am Dienstag mit. Williams werde unter anderem als Gesandter bei der Palästinenser-Regierung und bei dem Nahost-Quartett dienen. Er arbeitete vor seiner Zeit als BBC-Korrespondent für die Menschenrechtsgruppe Amnesty International. Als Nahost-Experte beriet er die britischen Außenminister Robin Cooke und Jack Straw.

Gestern waren bei Kämpfen im Gazastreifen bereits mindestens 16 Palästinenser ums Leben gekommen. Wie Ärzte mitteilten, wurden außerdem rund 50 Menschen verletzt. Am Abend hatten Vertreter von Hamas und Fatah erneut einen Waffenstillstand vereinbart, der kurz darauf wieder gebrochen wurde.

flo/AFP/Reuters/dpa



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