Fotostrecke

Polit-Dynastie in Griechenland: Der Papandreou-Clan

Foto: AP / Andrea G Papandreou Foundation

Ende einer Ära Das Erbe der Papandreous

Schon Vater und Großvater haben in Griechenland Politik gemacht, der Sohn steht jetzt als Regierungschef vor dem Aus: In diesen Tagen entscheidet sich das politische Schicksal von Georgios Papandreou. Es wäre das Ende einer Polit-Dynastie, die seit Jahrzehnten im Land das Sagen hat.

Athen - Keine Familie hat die politische Landschaft Griechenlands in den vergangenen 50 Jahren so geprägt wie die Papandreous: Ein gewisser Georgios Papandreou regierte das Land schon, bevor es in den sechziger Jahren unter eine Militärdiktatur fiel. Und ein Georgios Andrea Papandreou versucht heute, den finanziellen Ruin des Landes abzuwenden - und wird dabei zur tragischen Figur.

Am Freitag stellt der Premier im Parlament die Vertrauensfrage. Auf die volle Unterstützung seiner mit knapper Mehrheit regierenden Sozialisten kann er kaum zählen. Der 59-Jährige kämpft um sein politisches Überleben - und das seiner Familie, der Papandreous.

Schon sein Großvater Georgios Papandreou war Ministerpräsident, er regierte von 1944 bis 1945 und ein zweites Mal von 1964 bis 1965. Auch der Vater Andreas Papandreou ging in die Politik; er führte das Land von 1981 bis 1989 sowie von 1993 bis 1996. Diese beiden Papandreous gelten als die Architekten des modernen Griechenlands - aber auch als Verantwortliche für den hohen Schuldenberg des Landes. Vor allem Andreas Papandreou förderte Vetternwirtschaft und Korruption, sofern sie seinem Machterhalt dienten.

Sein Sohn, der heutige Premier, gilt als schwaches Abbild des dynamischen und charismatischen Vaters, der die Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok) 1974 gründete und sie mit eiserner Hand von 1981 bis 1993 dreimal zum Wahlsieg führte.

Dementsprechend schwer war das Erbe, das der Junior 2009 nach seinem Wahlsieg als Ministerpräsident antrat. Es ist ein Erbe, an dem er am Ende scheitern könnte.

heb/dapd/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.