Terror in Nigeria US-Flugzeuge fahnden nach verschleppten Mädchen

Die USA intensivieren ihre Hilfe bei der Suche nach den entführten Schülerinnen in Nigeria. Offenbar überfliegen bemannte Aufklärungsmaschinen das westafrikanische Land.

Unterstützung für die Entführten aus Paris: Demonstranten fordern #bringbackourgirls
AP/dpa

Unterstützung für die Entführten aus Paris: Demonstranten fordern #bringbackourgirls


Washington/Abuja - Die USA haben Hilfe bei der Suche nach den entführten Mädchen versprochen - nun fliegen offenbar US-Aufklärungsflugzeuge über Nigeria. Das berichten der TV-Sender CNN und Nachrichtenagenturen unter Berufung auf amerikanische Regierungskreise. Die bemannten Flüge fänden mit Erlaubnis der Regierung in Abuja statt, sagte ein hochrangiger Vertreter.

Die Islamistengruppe Boko Haram hatte Mitte April 276 Mädchen aus einer Schule im Nordosten Nigerias entführt. Etwa 200 sollen sich noch in der Gewalt der Sekte befinden. Die Terrorgruppe drohte damit, die Kinder als Sklaven zu verkaufen.

Mehrere Staaten haben Nigeria Unterstützung bei der Suche angeboten. Bereits vor wenigen Tagen hatte Washington ein Expertenteam in das Land geschickt. Nun versorgen die USA die Behörden vor Ort auch mit Satellitenbildern. Es gebe jedoch keine Pläne, US-Kampftruppen zu beteiligen, hieß es in Washington.

Erste Hinweise auf Aufenthaltsort

Nach einem Bericht der Zeitung "Punch" trafen sich am Wochenende ausländische Teams mit Experten des nigerianischen Verteidigungsministeriums. Demnach ist für die nächsten Tage ein gemeinsamer Militäreinsatz geplant. Unter anderem sollen Geheimdienstinformationen genutzt und Drohnen und Techniken zum Durchleuchten von Gebäuden eingesetzt werden.

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Entführung in Nigeria: Schulmädchen als Geiseln

Ersten Hinweisen auf den Aufenthaltsort der Mädchen will der Gouverneur von Borno, Kashim Shettima, offenbar nachgehen. Nach einem Bericht der Zeitung "Punch" seien die Informationen an das Militär weitergeleitet worden, die diese nun verifizieren sollen.

Am Montag hatte Boko Haram ein neues Video veröffentlicht, in dem die Mädchen in Ganzkörperschleiern zu sehen sind. Der Anführer der Gruppe, Abubakar Shekau, sagt darin laut AFP, die Mädchen seien zum Islam konvertiert. Sie würden nur freikommen, wenn im Gegenzug alle inhaftierten Islamisten freigelassen würden.

Die Entführung bewegt seit Wochen die Weltgemeinschaft. Unter dem Hashtag #bringbackourgirls zeigte sich bei Twitter auch die First Lady der USA, Michelle Obama, mit den gekidnappten Schülerinnen solidarisch. In einer Radioansprache erinnerte Obama an das Schicksal der Geiseln.

Die radikalislamische Gruppe Boko Haram will im muslimisch geprägten Norden Nigerias einen Gottesstaat errichten. Immer wieder verübt sie blutige Anschläge. Dem Terror sind seit 2009 über 6000 Menschen zum Opfer gefallen.

Karte: Nigeria

vek/dpa/Reuters

insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
bessawissar@gmx.de 13.05.2014
1. Mal wieder
Zitat von sysopAP/dpaNoch immer sollen 200 Mädchen in Nigeria von der Terrorgruppe Boko Haram entführt sein. Die USA intensivieren nun ihre Hilfe bei der Suche: Offenbar überfliegen bemannte amerikanische Aufklärungsflugzeuge das westafrikanische Land. http://www.spiegel.de/politik/ausland/entfuehrte-in-nigeria-usa-suchen-mit-flugzeugen-nach-maedchen-a-969046.html
Die USA muss es richten. Die anderen sind zu unfähig
tabernakelmenetekel 13.05.2014
2. endlich haben auch muslimische
Staaten ihre hilfe angeboten. Sie würden alle Mädchen auf einmal kaufen und gut für sie sorgen.... wie nett. Conchita hat auch angerufen: es sind die Mädchen nicht wurst. Es würde sie gerne mit zum eurovosionwrongkontext mitnehmen und dort dürften sie dann zum transentum konvertieren... das transentum ist ja schließlich nicht aufzuhalten. Verkehrte welt. .
kid_alex1 13.05.2014
3. boko haram
Wann versteht die Welt,und diese linke Presse endlich, das die größte Gefahr dieser schmutzigen Religion entspringt. Als Vater hätte ich Keine Spur von mitleid oder erbarmen gegenüber diesen Tätern! Die französische Legion kennt sich in dem Teil der Welt bestens aus. Die sollten die Mädchen befreien!
Pixopax 13.05.2014
4. optional
Wo ist eigentlich die Hilfe islamischer Länder? Saudi Arabien hat auch Flugzeuge und Truppen, Pakistan ebenso. Warum hört man nicht ein Wort eines Muftis zur Entführung dieser Kinder? Sind ja nur Mädchen, wahrscheinlich deshalb. Würden christen 300 islamische Jungs entführen und dann mit Kruzifix um den Hals auf Video zeigen, wir hätten sofort den 3. Weltkrieg am Laufen...
GPTip.com 13.05.2014
5.
Gibt es in Nigeria etwa Öl? Falls nicht, ist das eine lobenswerte Aktion. Der Status "Weltpolizei" wird ja oft genug durch fragwürdige Aktionen negativ belegt; dies wäre ein positives Beispiel. Während Deutschland für die Befreiung twittert und facebooked und wahrscheinlich erstmal Bundestag und Bundesrat nach mehrwöchigen Verhandlungen einem Einsatz der Bundeswehr im Ausland zustimmen müßte, handeln die USA auf dem kurzen Dienstwege.
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