Entführte in Nordafrika Terroristen stellen Österreich Ultimatum

Die Entführer eines Touristenpaares erpressen die österreichische Regierung: Binnen drei Tagen sollen sämtliche Qaida-Mitglieder in Nordafrika aus der Haft entlassen werden, fordern die Terroristen in einer Internet-Botschaft. Andernfalls stehe das Leben der Geiseln auf dem Spiel.

Washington - Auf den sechs im Internet veröffentlichten Fotos tragen die österreichischen Geiseln traditionelle arabische Kleider - das Gesicht der Frau ist bis zur Unkenntlichkeit verschleiert; um sie herum stehen maskierte Männer mit Granatenwerfern in der Hand. Die Bilder der Geiseln verbreitete die nordafrikanische Filiale von al-Qaida heute im Internet. Beigefügt war ein Erpresserschreiben an die österreichische Regierung: Bis Sonntag 24.00 Uhr müsse Wien dafür sorgen, dass alle in Tunesien und Algerien inhaftierten Mitglieder der al-Qaida im Islamischen Nordafrika freigelassen würden.

"Österreich ist verantwortlich für das Leben der beiden Geiseln, falls diese Frist ausläuft und unsere Forderungen nicht erfüllt werden", hieß es in dem Schreiben. Die Familien des im Februar entführten Mannes und seiner Begleiterin wurden aufgerufen, ihre Regierung entsprechend unter Druck zu setzen.

In der Erklärung der Qaida in Nordafrika hieß es weiter: "Sie sind an der Sicherheit Ihrer Bürger interessiert. Wir sind auch interessiert an der Freilassung unserer Brüder, die in tunesischen und algerischen Gefängnissen unter verschiedenen Arten brutaler Folter leiden."

Der Sprecher des österreichischen Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, sagte dazu am Abend: "Die Entführer haben mit der Regierung in Wien Kontakt aufgenommen. Es wurden allerdings Forderungen gestellt, deren Erfüllung nicht in den Händen Wiens liegt." Das Außenministerium sei mit dem betreffenden Land in Verbindung, um die Freilassung der beiden Österreicher zu erreichen.

Die beiden Österreicher werden seit Mitte Februar vermisst; damals hielten sie sich in Tunesien auf. Bei den Geiseln handelt es sich um einen 51 Jahre alten Steuerberater und seine 43-jährige Freundin aus Hallein. Nach Angaben des österreichischen Außenministeriums waren beide mit einem Geländewagen mit österreichischem Kennzeichen unterwegs und hatten sich zuletzt telefonisch aus dem Ort Matmata im Süden des Landes gemeldet. In einer vom arabischen Sender al-Dschasira ausgestrahlten Audiobotschaft hatte ein Mann, der sich als Qaida-Sprecher ausgab, erklärt, die Urlauber seien am 22. Februar entführt worden.

amz/AFP/AP

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