Entführter Palästinenser Israel klagt Abu Sisi wegen Mordes an

Israel erhebt Anklage gegen den offenbar im Auftrag des Mossad in der Ukraine entführten Palästinensers Abu Sisi: Dem aus dem Gaza-Streifen stammenden Mann soll wegen hundertfachen Mordes der Prozess gemacht werden. Ihm wird auch die Ausbildung von Hamas-Kämpfern vorgeworfen.

Proteste im Gaza-Streifen für Dirar Abu Sisi: Israel erhebt Anklage
REUTERS

Proteste im Gaza-Streifen für Dirar Abu Sisi: Israel erhebt Anklage


Jerusalem - Israelische Behörden haben am Montag die Anklage gegen Dirar Abu Sisi präsentiert: Dem Ingenieur wird hundertfacher Mord zur Last gelegt. Außerdem wird ihm vorgeworfen, die Kampfausbildung der Hamas geleitet und Raketen für die Terrororganisation hergestellt zu haben.

Dirar Abu Sisi war im Februar offenbar im Auftrag des Geheimdienstes Mossad in der Ukraine gekidnappt worden. Nach Angaben seiner Ehefrau Veronika wurde der aus dem Gaza-Streifen stammende Mann während einer Eisenbahnfahrt auf dem Weg nach Kiew von israelischen Agenten entführt.

Der israelische Geheimdienst versprach sich von ihm möglicherweise Informationen über den im Gaza-Streifen verschwundenen Soldaten Gilad Schalit. Auch SPIEGEL ONLINE hatte über den Fall berichtet. Ob Abu Sisi entsprechende Hinweise geliefert hat, ist unklar.

Aus der jetzt vorgelegten Anklage geht hervor, dass Israel Abu Sisi vorwirft, während seines Studiums an einer Militärakademie in der Ukraine umfangreiche Kenntnisse in der Raketentechnologie erhalten zu haben. Seit 2002 soll er der Hamas bei der Entwicklung von selbst gebauten Raketen und Mörsergranaten geholfen haben.

als/dpa/DAPD

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