Entführter US-Marine Schicksal Hassouns bleibt ungewiss

Die im Internet verbreitete Nachricht von der Enthauptung des US-Marineinfanteristen Wassef Ali Hassoun ist möglicherweise eine Fälschung. Die irakische Extremistengruppe Ansar al-Sunna hat am Nachmittag dementiert, je eine solche Erklärung abgegeben zu haben. Das Schicksal des seit 21. Juni Vermissten bleibt indes im Dunkeln.

Dubai/Bagdad - In der Erklärung auf der eigenen Website von Ansar al-Sunna heißt es: "Um unsere Glaubwürdigkeit in allen Fragen zu wahren, erklären wir, dass diese uns zugeschriebene Erklärung keinerlei Wahrheitsgehalt hat." Hinzugefügt wurde, dass jede Erklärung im Namen von Ansar al-Sunna, die nicht über ihre eigene Webseite veröffentlicht ist, die Gruppe nicht repräsentiere.

Die ursprüngliche Erklärung über die Entführung des US-Marineinfanteristen kam von der Gruppe "Islamische Erwiderung". "Wir haben den Marinesoldaten libanesischer Herkunft Hassoun geköpft, und Sie werden den Film darüber bald mit eigenen Augen sehen", hieß es in der Stellungnahme, die die Gruppe an US-Präsident George W. Bush richtete.

Dem US-Militär zufolge ist der 24-jährige Hassoun seit 21. Juni nicht mehr bei seiner Einheit aufgetaucht. Hassouns Vater bat die Entführer um Gnade für seinen Sohn, der Muslim und Araber sei. Der Soldat war vor vier Jahren in die USA ausgewandert und hat die US-Staatsbürgerschaft erhalten.

Vor einer Woche hatte der arabische Fernsehsender al-Dschasira Bilder gezeigt, auf denen Hassoun mit verbundenen Augen zu sehen war. Über seinen Kopf wurde ein Schwert gehalten. Die Extremisten verlangten die Freilassung irakischer Gefangener. Sie drohen auch nach der Machtübergabe an die Iraker am vergangenen Montag mit weiteren Angriffen auf irakische Politiker und die US-geführten Truppen, bis "Gottes Gesetz" im Irak herrsche.

Nur wenige Stunden nach der Machtübergabe an die irakische Übergangsregierung hatte al-Dschasira ein Video veröffentlicht, dass die Erschießung eines Soldaten zeigte. Militante erklärten auf dem Band, es handele sich um den US-Gefreiten Keith Matthew Maupin. Der Mann war auf dem Video nur von hinten zu sehen und nicht zu erkennen.

In den vergangenen drei Monaten waren bereits der amerikanische Geschäftsmann Nicholas Berg und der Südkoreaner Kim Sun Il durch Enthauptung ermordet worden.

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