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29. September 2007, 17:21 Uhr

Entführung in Afghanistan

Taliban lassen vier Rot-Kreuz-Helfer frei

Vier Mitarbeiter vom Roten Kreuz sind von ihrer Entführern wieder freigelassen worden. Ein "Missverständnis" nannte ein Taliban-Sprecher die Geiselnahme.

Kabul - Die vier entführten Männern (ein Mazedonier, ein Birmane, zwei Afghanen) seien wohlauf, teilte die Polizei mit. Taliban-Kämpfer hätten sie Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben.

Die vier Männer waren am Mittwoch bei Bemühungen um die Freilassung des Deutschen Rudolf B. verschleppt worden. Ein Taliban-Sprecher erklärte: Sobald klar gewesen sei, dass es sich um Rot-Kreuz-Helfer gehandelt habe, sei vom Taliban-Führungsrat die Freilassung angeordnet worden. Bei der Geiselnahme habe es sich um ein "Missverständnis" gehandelt.

Nach Informationen des SPIEGEL haben die Entführer die Unterhändler bei dem geplanten Austausch bewusst getäuscht: Vereinbart war mit der Kidnappergruppe um den lokalen Kommandeur Mullah Nissam, die deutsche Geisel gegen den inhaftierten Vater des Entführers auszutauschen.

Bei der Übergabe an der vereinbarten Talsohle in der Provinz Wardak hatten die Kidnapper den Vater weggeschafft, den in der Ferne in einem Jeep zu sehenden Rudolf B. aber nicht freigelassen. Auf dem Rückweg nach Kabul waren dann die vier Rot-Kreuz-Helfer entführt worden.

lis/ap/dpa

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