Enthüllung brisanter Kriegsdokumente Die Afghanistan-Protokolle

REUTERS

Von , John Goetz, Hans Hoyng, , und

Agenten in der Datenflut: Die Schwächen der US-Geheimdienste


Die Geheimdienste ertrinken mittlerweile in der Datenflut. Aus Angst vor Versäumnissen, wie sie vor den Anschlägen am 11. September 2001 vorkamen, scheint nun jeder Analyst blind alles zu melden.

Sicherheitsexperten klagen außerdem schon lange, dass sich die zahllosen Meldungen zu stark auf die Absichten und Bewegungen des Gegners konzentrieren. In Afghanistan also auf die Taliban.

Viel zu viele Analysten, viel zu viele Aufklärungsflüge scheinen dem Auftrag zu dienen, die Hierarchie der Netzwerke von Aufständischen nachzuzeichnen und Listen anzulegen, welche Gegner gefangen oder getötet werden sollten.

Pausenlos sammeln die Geheimdienstler Aussagen örtlicher Informanten - deren Zuverlässigkeit oft von ihrem Wunsch übertroffen wird, den US-Gesandten zu gefallen.

Zu kurz kommen aber die großen, die wichtigeren Fragen: Der Schutz afghanischer Zivilisten, die Analyse des politischen Umfeldes, die Suche nach Lösungsmöglichkeiten für den Endloskonflikt.

So zeigen die vielen tausend geheimen Dokumente ganz sicher vor allem eins - nach fast neun Jahren ist der Sieg in diesem Krieg ferner denn je.

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Gandhi, 25.07.2010
1. Wie oft soll dieser Krieg
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
denn noch gewonnen werden? Wie oft sollen wir uns denn noch anhoeren muessen, dass jetzt die entscheidenden 6 Monate kommen? Dass, wenn "wir" alles richtig machen, der Krieg dann gewonnen ist. Ich kann es schon gar nicht mehr hoeren. Das Einzige, was diesen Krieg beendet, ist ein Ereignis, bei dem eine grosse Menge Soeldner sich aus dieser Welt verabschieden. Dann wird der politische Druck so gross, dass das Gerede davon, dass Freiheit und Demokratie in Afghanistan die Opfer wert sind, untergeht im Protest. Die Afghanen sollen ihren eigenen Weg gehen, ihre eigenen Probleme loesen. Von aussen koennen deren Probleme auch nicht in 10 oder 20 Jahren geloest werden.
ayamo, 25.07.2010
2. Titel
Plain and simple? Ein militärischer Sieg? Auf gar keinen Fall. Irgendein schaler Verhandlungsfrieden mit den Taliban wäre allerdings auch nicht ideal, da diese sich nicht an solche Verträge/Vereinbarungen halten.
kleenermann 25.07.2010
3.
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
Wie oft soll diese Frage noch gestellt werden? Nein, man kann ihn nicht gewinnen.
edgarzander 25.07.2010
4. Wo ist der Aha-Effekt?
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
Enthüllungen? Ich hätte mir da ein bischen mehr erwartet und war nach dem Durchlesen des Artikels irgendwie enttäuscht. Ist doch alles inzwischen mehr oder weniger bekannt...
machorka-muff 25.07.2010
5. red herring
der westen kann und braucht in afghanistan nicht zu gewinnen: abmarsch! die sache mit der enthüllung brisanter kriegsdokumente riecht faul - wahrscheinlich der nächste verarschungs coup der cia.
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