Symbol der Entspannung Nordkorea öffnet Business-Park Kaesong für den Süden

Über Monate blieb das Industriegebiet Kaesong geschlossen - während sich Nord- und Südkorea mit Krieg drohten. Nun haben sich die beiden Länder darauf geeinigt, die Produktion wiederaufzunehmen. Für den Norden geht es dabei um handfeste finanzielle Interessen.

Industriegebiet Kaesong (Archivbild): Einigung zwischen Nord- und Südkorea
DPA/ Korea Pool

Industriegebiet Kaesong (Archivbild): Einigung zwischen Nord- und Südkorea


Seoul/Pjöngjang - Die Deeskalation auf der koreanischen Halbinsel geht weiter. Die beiden Konfliktparteien Nord- und Südkorea haben sich auf einen Schritt geeinigt, der die Entspannung in der Region symbolisiert: die Wiedereröffnung des gemeinsamen Industriegebiets Kaesong.

Es sei ein fünf Punkte umfassendes Abkommen zu der Wirtschaftszone auf nordkoreanischem Staatsgebiet geschlossen worden, sagte ein Vertreter des südkoreanischen Vereinigungsministeriums am Mittwoch vor Journalisten in Seoul.

Vor dem Hintergrund militärischer Spannungen hatte Pjöngjang im April seine 53.000 Arbeiter aus Kaesong abgezogen, die dort in 123 südkoreanischen Fabriken arbeiteten. Vor allem Billigprodukte werden in dem Areal hergestellt, darunter viel Kleidung. Wann in Kaesong wieder normal gearbeitet werden wird, ist allerdings noch nicht bekannt. Der Konflikt hatte sich unter anderem an dem unerwarteten Atomtest des Nordens im Februar 2013 entzündet.

Nach mehreren ergebnislosen Verhandlungsrunden hatte Seoul Ende Juli letzte Gespräche über die Zukunft der Sonderwirtschaftszone vorgeschlagen. Zunächst schien eine Einigung der verfeindeten Nationen unwahrscheinlich, nun konnte doch noch ein Kompromiss erzielt werden.

Für das arme Nordkorea dürften dabei neben den politischen auch finanzielle Erwägungen eine wichtige Rolle gespielt haben. Dem Land gilt Kaesong als wichtiger Devisenlieferant: Etwa 90 Millionen Dollar soll die Sonderwirtschaftszone dem kommunistischen Staat jährlich einbringen. Für das international weitgehend isolierte Nordkorea sind diese Einnahmen von großer Bedeutung.

jok/AFP/Reuters



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Ulrich Berger 14.08.2013
1. Das haetten Sie eigentlich
Zitat von sysopDPA/ Korea PoolÜber Monate blieb das Industriegebiet Kaesong geschlossen - während sich Nord- und Südkorea mit Krieg drohten. Nun haben sich die beiden Länder darauf geeinigt, die Produktion wiederaufzunehmen. Für den Norden geht es dabei um handfeste finanzielle Interessen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/entspannung-nordkorea-oeffnet-business-park-kaesong-fuer-den-sueden-a-916548.html
garnicht schreiben muessen: 'fuer den Norden geht es dabei um handfeste finanzielle Interessen' - aus welchen Interessen ist denn der Sueden da? Ueberfluessige Zeit totschlagen? Den Leuten frische Landluft zukommen lassen?
abandonedkansai 14.08.2013
2. *seufz*
>Für den Norden geht es dabei um handfeste finanzielle Interessen. > Für den Süden natürlich nicht, die machen das aus reinster Nächstenliebe... >Etwa 90 Millionen Dollar soll die Sonderwirtschaftszone dem kommunistischen Staat jährlich einbringen. Für das international weitgehend isolierte Nordkorea sind diese Einnahmen von großer Bedeutung. > 90 Millionen? Das ist immerhin etwa 1/15 von dem, was japanische Pachinko-Spieler indirekt jedes Jahr nach Nordkorea überweisen... Seltsamerweise berichtet darüber nie jemand.
warp0 14.08.2013
3.
Zitat von sysopDPA/ Korea PoolÜber Monate blieb das Industriegebiet Kaesong geschlossen - während sich Nord- und Südkorea mit Krieg drohten. Nun haben sich die beiden Länder darauf geeinigt, die Produktion wiederaufzunehmen. Für den Norden geht es dabei um handfeste finanzielle Interessen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/entspannung-nordkorea-oeffnet-business-park-kaesong-fuer-den-sueden-a-916548.html
Und für den Süden nicht? Südkorea zahlt Hungerlohn, d.h. die Vorteile liegen eindeutig im Süden. Auch amüsant waren die SPON-"Artikel" z.B. von März diesen Jahres, in denen Sätze fielen wie "Doch tatsächlich ist Kaesong für Nordkorea so wichtig, dass sich das Regime mit einer Schließung selbst schaden würde."
robert.haube 14.08.2013
4. Beide Seiten haben Interessen
Nordkorea hatte schon vor einigen Wochen erklärt, eine Einigung zu Kaesong würde zu weiteren Schritten der Annäherung führen. Konkret: Wiederaufnahme der Touristenreisen von Südkoreanern ins malerische Geumgangsan-Gebirge und Treffen von Familien, die in Folge des Korea-Krieges gertrennt sind. Südkorea übrigens hat ein Auge auf die immensen Rohstoff-Vorkommen Nordkoreas geworfen und veröffentlicht hierzu einen monatlich aktualiserten Atlas über nachgewiesene Vorkommen und den Stand der Minen. Er führt 120 arbeitende Minen auf. Vielleicht ergibt sich also mehr.
ontic 14.08.2013
5.
Also ich würde mir an Stelle der Südkoreaner gut überlegen, ob ich den Laden dort noch einmal aufmache. Wenn einem due Produktion dirt von heute auf morgen für Monate dichtgemacht wird, sind die geschäftlichen Risiken schlicht unkalkulierbar.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.