Erdbeben Westerwelle verspricht Chile Soforthilfe

Mit 630.000 Euro Soforthilfe will die Bundesregierung Chile nach dem verheerenden Erdbeben unterstützen. Das hat Außenminister Guido Westerwelle auf seiner Südamerika-Reise zugesagt. Von dem Geld sollen unter anderem Notunterkünfte und der Wiederaufbau bezahlt werden.
Außenminister Westerwelle mit Chiles designiertem Präsidenten Piñera (r.) und dem künftigen Außenminister Moreno (l.): "Einen kleinen Beitrag leisten, um die Not zu lindern"

Außenminister Westerwelle mit Chiles designiertem Präsidenten Piñera (r.) und dem künftigen Außenminister Moreno (l.): "Einen kleinen Beitrag leisten, um die Not zu lindern"

Foto: Arno Burgi/ dpa

Buenos Aires/Santiago - Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben ist Außenminister Guido Westerwelle als erster europäischer Spitzenpolitiker in Chile eingetroffen. Er sicherte dem Land insgesamt 630.000 Euro Soforthilfe zu. "Wir wollen zeigen, dass wir unsere Freunde in der Stunde der Not nicht vergessen", sagte der FDP-Politiker in Santiago. "Ich hoffe, dass wir einen kleinen Beitrag leisten können, die Not zu lindern."

Der dreistündige Besuch war nach dem Beben kurzfristig in das Programm eingeschoben worden. Auf dem Flughafen der chilenischen Hauptstadt übergab Westerwelle seinem Außenminister-Kollegen Mariano Fernandez Hilfsgüter wie Zelte, Satellitentelefone und Decken.

Von dem Geld sollen 100.000 Euro zum Bau von Notunterkünften verwendet werden. Jeweils 250.000 Euro werden dem Roten Kreuz sowie für den Wiederaufbau von beschädigten Kulturgütern zur Verfügung gestellt. Mit Westerwelles Maschine reiste auch ein Vier-Mann-Team des Technischen Hilfswerks (THW) an, das sich um die Beurteilung von Erdbebenschäden an Gebäuden kümmern soll.

Bei dem Beben der Stärke 8,8 am Samstag vergangener Woche starben mindestens 452 Menschen. Nach dem Beben verwüsteten Tsunamis zahlreiche Küstenstädte. Anschließend kam es zu Plünderungen und Gewaltausbrüchen. Viele Menschen kritisierten das Krisenmanagement der Regierung.

Chiles Zentralbankgouverneur José De Gregorio rechnet trotz der Zerstörungen mit einer raschen Erholung seines Landes von dem schweren Beben. Möglicherweise werde die chilenische Wirtschaft dieses Jahr, wie bislang prognostiziert, um 4,5 bis 5,5 Prozent wachsen.

"Effektiv ist das Land letzte Woche wegen des Erdbebens zum Stillstand gekommen", sagte De Gregioro am Rande einer Tagung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel der Agentur Reuters. Deshalb werde es ein paar schwere Monate geben; danach sollte die Wirtschaft aber wieder in Schwung kommen. Die Zentralbank werde diesen Prozess mit einer expansiven Geldpolitik unterstützen, kündigte er an.

Westerwelle trifft Argentiniens Präsidentin Kirchner

In Chile traf Außenminister Westerwelle zudem den designierten Staatspräsidenten Sebastián Piñera. Dieser übernimmt am 11. März das Amt. Westerwelle reiste anschließend weiter nach Buenos Aires. Dort stand eine Unterredung mit der argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner auf dem Programm. Am Dienstag besucht er Uruguay, wo er den ehemaligen Guerillakämpfer José Mujica treffen wollte, der gerade erst als neuer Präsident vereidigt wurde.

Im Anschluss fliegt Westerwelle nach Brasilien, wo bis Freitag eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Gesprächen geplant ist. Dabei will sich Westerwelle auch mit Vertretern der Organisationskomitees treffen, die die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien vorbereiten. Die Südamerika-Tour ist mit sechs Tagen die bislang längste Auslandsreise des Außenministers.

kgp/dpa/Reuters/apn
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