Türkischer Präsident Erdogan Kurden im Nordirak sollen gegen PKK kämpfen

Der türkische Präsident Erdogan will die Kurden im Nordirak für seinen Kampf gegen die PKK einspannen. Deren Präsident hat allerdings ein Ende der Offensive gefordert.
Türkischer Präsident Erdogan: Kurden sollen gegen PKK vorgehen

Türkischer Präsident Erdogan: Kurden sollen gegen PKK vorgehen

Foto: DARREN WHITESIDE/ REUTERS

Recep Tayyip Erdogan hat die kurdische Regierung im Nordirak aufgefordert, dort gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK) vorzugehen. Andernfalls werde die türkische Armee die Angriffe fortsetzen. "Wenn sie nicht können, dann wird die Türkei alles Notwendige tun, um sich zu verteidigen", sagte Erdogan nach türkischen Medienberichten.

Er versicherte zugleich, dass es keinen Rückfall in die Neunzigerjahre geben werde, in denen Tausende Menschen bei der Auseinandersetzung zwischen PKK und türkischem Staat ihr Leben verloren hatten.

Die türkische Armee hat in ihrer Offensive bisher etwa 260 PKK-Kämpfer getötet. Wegen der Angriffe soll sich die PKK-Führung in drei Gruppen aufgespalten haben, eine soll im Nordirak geblieben sein, die anderen sollen nach Syrien und Iran gegangen sein. Die Regierung der autonomen Kurdenregion im Nordirak hatte zuvor ein Ende der türkischen Luftangriffe gefordert.

Während die Türkei weiter PKK-Stellungen bombardiert, setzen auch die kurdischen Rebellen ihre Angriffe gegen türkische Soldaten und Polizisten fort: Zwei Militärfahrzeuge wurden beschädigt, als sie am Morgen in der südöstlichen Provinz Bitlis über eine ferngezündete Mine fuhren. Die Soldaten in den Fahrzeugen wurden nicht verletzt. PKK-Anhänger griffen auch ein Militärkrankenhaus in der Stadt Tatvan in der südosttürkischen Provinz Van an, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Auch hier soll es keine Verletzten gegeben haben.

In der Türkei eskaliert seit dem Anschlag von Suruc der Konflikt zwischen dem türkischen Staat und den kurdischen Rebellen. Die PKK wies der türkischen Regierung eine Mitschuld für den Anschlag der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) zu und griff türkische Polizisten an, die Regierung reagiert mit dem Bombardement von PKK-Stellungen im Nordirak und in der Türkei.

Die Führung in Ankara befürchtet die Gründung eines Kurdenstaats, der die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden in der Türkei beflügeln könnte. Sowohl die PKK als auch Erdogan erklärten den 2013 gestarteten Friedensprozess für beendet.

kry/AFP
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