Erfahrener Diplomat Deutscher wird oberster Uno-Beamter im Irak

Die Mission der Vereinten Nationen im Irak wird künftig von einem Deutschen geleitet: Der Diplomat Martin Kobler ist zum Sonderbeauftragen ernannt worden. Keine leichte Aufgabe - denn das Land gilt noch immer als gefährlich und instabil.

Diplomat Martin Kobler: 25 Jahre im Auswärtigen Amt
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Diplomat Martin Kobler: 25 Jahre im Auswärtigen Amt


New York - Er vertritt die Vereinten Nationen künftig im Irak: Der deutsche Diplomat Martin Kobler ist am Freitag von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Sonderbeauftragten ernannt worden. Er wird zugleich Chef der Uno-Unterstützungsmission im Irak (Unami) und löst den Niederländer Ad Melkert ab.

Bislang war der Kobler, 58, Vizechef der Uno-Mission in Afghanistan. Außenminister Guido Westerwelle begrüßte die Entscheidung und dankte Kobler für die Arbeit in Afghanistan. Vor seinem Engagement bei den Vereinten Nationen war Kobler 25 Jahre im Auswärtigen Amt tätig.

Der Sonderbeauftragte im Irak koordiniert die Aktivitäten von insgesamt 16 Uno-Organisationen, Programmen und Fonds. Die Unami steuert den Aufbau des Landes mit und soll für einen Übergang in ein demokratisches System sorgen. Zugleich will sie bei der Rückkehr von Flüchtlingen und bei der Entwaffnung von regionalen Gruppen helfen. Unami hat derzeit etwa tausend Mitarbeiter, 800 davon sind Zivilisten.

Die Organisation wurde im August 2003 gebildet, fünf Monate nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein. Acht Jahre nach dem Einmarsch der US-Armee ist die Lage heute allerdings noch immer gefährlich: Der Irak wird immer wieder von heftigen Anschlägen erschüttert.

Laut einem Bericht des Generalinspekteurs für den Wiederaufbau im Irak hat sich die Sicherheitslage zudem wieder verschlechtert. Sie sei "unsicherer als vor zwölf Monaten". Allein im Juni seien 15 US-Soldaten ums Leben gekommen, das waren die größten Verluste für das US-Militär binnen eines Monats seit zwei Jahren. "Der Irak ist weiterhin ein außerordentlich gefährlicher Ort zum Arbeiten", schreibt der Generalinspekteur.

In Hinblick auf den Alltag hält der Bericht fest: "Stromausfälle gehören weiterhin zum Leben im Irak." Die Elektrizitätsversorgung könne immer noch nicht mit der steigenden Nachfrage Schritt halten. Die aktuelle Produktion erreiche gerade knapp die Hälfte des Gesamtbedarfs in Höhe von 11.500 Megawatt. Weitere gravierende Probleme seien noch nicht ausgeräumt: "Die Korruption bleibt für den Irak eine signifikante Herausforderung."

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Irak: Das Land ist gefährlicher als vor einem Jahr

kgp/dpa/dapd

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regierungs4tel 06.08.2011
1. Westerwelle entsorgt über die UN eine seiner schwierigsten Mitarbeiter
Martin Kobler war eine der Schlüsselfiguren im Visa-Untersuchungsausschusses des AA. Von Fischer trotzte er auf der Höhepunkt der Visa-Affäre mehrfach merkwürdige Privilegien ab: Den nach der Besoldungsstufe B 6 bemessenen Botschafterposten in Kairo ließ er sich "als Beauftragter für den Nahen und Mittlererer Osten" auf die Besoldungsstufe B 9 upgraden, obwohl Regionalbeauftragte Stellen bekleiden, die eigens zur Beratung der Bundesregierung i m I n l a n d eingerichtet wurden. Proteste in den Personalversammlungen des AA und Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Berlin provozierte Kobler, als er seine mitreisende Ehefrau zur dienstlichen Vertreterin seiner selbst am der Botschaft Kairo bestellen und besolden ließ: http://www.stern.de/politik/deutschland/interessenkonflikt-krach-im-aa-ueber-das-ehegattenprivileg-539254.html Beobachter nicht nur im "stern" unterstellen, dass Martin Kobler etwas wusste, das für Joschka Fischer und die gesamte Leitung des AA bedrohlich war.
frank4979 06.08.2011
2. Irgendwie egal wer er war.
Zitat von regierungs4telMartin Kobler war eine der Schlüsselfiguren im Visa-Untersuchungsausschusses des AA. Von Fischer trotzte er auf der Höhepunkt der Visa-Affäre mehrfach merkwürdige Privilegien ab: Den nach der Besoldungsstufe B 6 bemessenen Botschafterposten in Kairo ließ er sich "als Beauftragter für den Nahen und Mittlererer Osten" auf die Besoldungsstufe B 9 upgraden, obwohl Regionalbeauftragte Stellen bekleiden, die eigens zur Beratung der Bundesregierung i m I n l a n d eingerichtet wurden. Proteste in den Personalversammlungen des AA und Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Berlin provozierte Kobler, als er seine mitreisende Ehefrau zur dienstlichen Vertreterin seiner selbst am der Botschaft Kairo bestellen und besolden ließ: http://www.stern.de/politik/deutschland/interessenkonflikt-krach-im-aa-ueber-das-ehegattenprivileg-539254.html Beobachter nicht nur im "stern" unterstellen, dass Martin Kobler etwas wusste, das für Joschka Fischer und die gesamte Leitung des AA bedrohlich war.
Hut ab vor dem Mann, hat seinen Diplomatenhintern aus dem nicht zu rettenden Afganistan entfernt, kehrt jetzt fuer neue Besoldung im Irak ein. Dreht dort ein paar Ehrenrunden, ohne das jemand merkt, das er dort in leitender UNO Stellung taetig war. Vielleicht schafft er es ja bis zum Rentenalter. Wenn nicht gibt es ja bestimmt noch hochbezahlte Posten in Lybien, demnaechst in Syrien etc. Vielleicht sollte man darueber Nachdenken, das Rentenalter solcher DIPLOMATEN wie Kobler auf 12 Jahre zu setzen, sodass solche Leute keine Chance haben in den diplomatischen Dienst zu kommen.
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