Grafik-Analyse Jung wählt Clinton, Alt wählt Trump

Bei welchen Gruppen hat der Republikaner Donald Trump gepunktet? Die Übersicht in Grafiken.
Clinton-Anhänger in Seattle

Clinton-Anhänger in Seattle

Foto: JASON REDMOND/ AFP

Es schien unvorstellbar, aber Donald Trump steht offenbar kurz davor, zum neuen US-Präsidenten gewählt zu werden. Noch stehen die Ergebnisse in wichtigen Swing States aus. Doch alle Prognosen deuten darauf hin, dass der Republikaner Nachfolger von Barack Obama im Weißen Haus wird.

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Welche Gruppen hat Trump überzeugt? Und wo liegt Hillary Clinton vorne? Auf der Basis von Nachwahlbefragungen des Senders CNN gibt es hier einen schnellen Überblick.

Die Werte sind dabei keineswegs endgültig: Weitere Ergebnisse aus den westlichen Staaten wie Kalifornien kommen noch hinzu. Zudem handelt es sich lediglich um Hochrechnungen von Stichproben. Diese sind mit einem Fehler von mehreren Prozentpunkten behaftet. Die Zahlen eignen sich aber gut für einen ersten Eindruck.

Es fällt auf, dass Trump bei älteren Wählern gepunktet hat. Er hat die Mehrheit der über 40-Jährigen hinter sich. Hillary Clinton führt dagegen bei den 18-bis-39-Jährigen.

Besonders stark schneidet Trump laut CNN bei der größten Wählergruppe der 50- bis 64-Jährigen ab. Hier kommt er auf eine Unterstützung von 53 Prozent, Clinton liegt nur bei 44 Prozent.

Anders sieht es bei den Jungwählern aus: Hier liegt die demokratische Kandidatin bei 56 Prozent, der Republikaner nur bei 35 Prozent. Allerdings ist dies mit zehn Prozent der Wahlberechtigten eine vergleichsweise kleine Gruppe.

Interessant ist der Blick auf die Präferenzen der Geschlechter. Clinton punktet zwar wie erwartet bei den Frauen - allerdings nicht so deutlich, wie ihr Lager gehofft hatte. Nur 54 Prozent der weiblichen Wähler haben angegeben, für Clinton gestimmt zu haben.

Auch bei den Minderheiten könnten ihr entscheidende Stimmen fehlen. So kommt Clinton bei den Schwarzen zwar auf eine überwältigende Mehrheit von 88 Prozent, bei der fast ebenso großen Gruppe der Latinos sind es jedoch nur 65 Prozent. Barack Obama hatte 2012 bei diesen Gruppen noch eine größere Zustimmung: 93 Prozent bei den Schwarzen und 71 Prozent bei den Latinos.

Ein Drittel der Latino-Männer gab an, für Trump votiert zu haben - obwohl er sie im Wahlkampf als Verbrecher und Vergewaltiger beschimpft hatte.

Die Ergebnisse nach Ethnie muss man mit besonderer Vorsicht genießen. Gerade bei kleinen Stichproben wie den Asiaten hängt das Ergebnis stark von den Umfragebedingungen ab, also zum Beispiel, an welchem Wahllokal gefragt wurde. Diese Werte sind deshalb mit einer größeren Fehlerquote behaftet.

Gebildet wählt Clinton

Der Blick auf die Bildung zeigt, dass Trump einen klaren Vorsprung bei den US-Amerikanern hat, die maximal einen Highschool-Abschluss haben. Clinton dagegen führt bei den Collegeabsolventen - aber auch hier nicht so deutlich, wie es die Umfragen vorhergesagt hatten.

Bei weißen Collegeabsolventen liegt Trump laut CNN mit 49 zu 45 Prozent vorne. Auch in allen Einkommensschichten ab 50.000 Dollar jährlich hat der Republikaner demnach eine Mehrheit.

Abschließend ein Vergleich des religiösen Hintergrunds der Wähler: Interessant ist hier, dass Trump bei allen Gruppen gepunktet hat, die sich als Christen bezeichnen - bei Protestanten und Katholiken ebenso wie bei anderen christlichen Gruppen.

Clinton dagegen führt nur bei den jüdischen Wählern, die mit drei Prozent der Wahlberechtigten eine kleine Gruppe sind, und bei jenen US-Amerikanern, die angaben, einer anderen oder gar keiner Religion anzugehören.