Nach angekündigter Waffenruhe Assad lässt Soldaten weiter schießen

Die Hoffnung auf ein Ende der Kämpfe in Syrien ist fast wieder verflogen. Keine 24 Stunden, nachdem Assad einer Waffenruhe ab dem 10. April zugestimmt hat, gehen die Kämpfe weiter. Aktivisten melden 55 Tote.

Skepsis nach angekündigter Waffenruhe: Bewaffnete Aufständische in Damaskus
AP

Skepsis nach angekündigter Waffenruhe: Bewaffnete Aufständische in Damaskus


Damaskus - Die syrische Führung zeigt sich unnachgiebig: Trotz angekündigter Waffenruhe gingen die Kämpfe am Dienstag weiter. In Inchel in der südlichen Provinz Daraa lieferten sich Armee und desertierte Soldaten Gefechte, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Zudem seien in der Provinz Dutzende Busse mit Soldaten eingetroffen. Einem Aktivisten zufolge brannten diese Häuser nieder und zerstörten die Vorräte der Menschen.

Schon am Vortag waren die Kämpfe unvermindert weiter gegangen: In Idlib wurden nach Angaben der Aktivisten ein Mädchen und ein Mann von den Truppen des Regimes getötet. Außerdem seien bei einem Angriff von Deserteuren mehrere Soldaten ums Leben gekommen. Die Zahl der Toten bezifferten die sogenannten Revolutionskomitees auf 55. Unter den Opfern sollen auch sieben Kinder sein.

Zusicherung des Assad-Regimes stößt auf Skepsis

Der Syrien-Sondergesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan, hatte am Montag erklärt, das Regime von Präsident Baschar al-Assad habe einer Waffenruhe vom 10. April an zugestimmt. Demnach will Damaskus seine schweren Waffen aus den umkämpften Städten zurückziehen. Nach Ablauf der Frist müssten die Kämpfe binnen 48 Stunden vollständig eingestellt werden.

Diese Zusicherung stieß aber auf Skepsis. Die Uno-Botschafter der USA und Deutschlands warnten vor zu großer Euphorie. Die syrischen Revolutionäre sagten, dass Assad die Waffenruhe erst in einer Woche umsetzen wolle, deute auf neue Täuschungsmanöver seitens des Regimes hin.

Druck aus Russland lässt Assad einknicken

Das Niederlegen der Waffen knüpfte das Regime zudem an eine Bedingung: Auch die Opposition müsse sich zu dem Datum bekennen, sagte der syrische Uno-Botschafter Baschar Dscha'afari. Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte hingegen die Regierung auf, "den ersten Schritt zu tun".

Beobachter gehen davon aus, dass der Druck aus Russland Assad zum Einlenken bewogen hat. An diesem Mittwoch wird Medienberichten zufolge ein von Annan geschicktes Team in Damaskus erwartet um die Details einer Beobachtermission zu besprechen. Diese soll die Einhaltung der Waffenruhe überwachen.

vks/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 53 Beiträge
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Seite 1
bloub 03.04.2012
1. der journalist sollte mal aufs datum gucken
Zitat von sysopAPDie Hoffnung auf ein Ende der Kämpfe in Syrien ist fast wieder verflogen. Keine 24 Stunden, nachdem Assad einer Waffenruhe ab dem 10. April zugestimmt hat, gehen die Kämpfe weiter. Aktivisten melden 55 Tote. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,825437,00.html
vielleicht merkt er dann, dann der 10. april erst in 7 tagen ist.
simon23 03.04.2012
2.
Zitat von bloubvielleicht merkt er dann, dann der 10. april erst in 7 tagen ist.
Ist im Prinzip völlig egal, da es dann sowieso keinen Frieden gibt. In den letzten Tagen wurde den Rebellen versprochen, das sie mit Geld überschüttet werden, wenn sie weiterkämpfen. Es lohnt sich. Bislang war auch noch nichts zu hören, das sie irgendein Interesse an Annans Friedensplan hätten. Insofern... Das wird weitergehen bis zur totalen Zerstörung Syriens... Das Problem ist: selbst wenn Assad nachgibt, was unwahrscheinlich ist, wird dieses Nachgeben nur dazu genutzt werden um Räume zurück zu erobern, die dann schließlich wiederum mit aller Brutalität zurückerobert werden müssen.
xxyxx 03.04.2012
3. Zu einer Waffenruhe braucht es immer beide Seiten
Zitat von sysopAPDie Hoffnung auf ein Ende der Kämpfe in Syrien ist fast wieder verflogen. Keine 24 Stunden, nachdem Assad einer Waffenruhe ab dem 10. April zugestimmt hat, gehen die Kämpfe weiter. Aktivisten melden 55 Tote. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,825437,00.html
Bevor es am 10. April wirklich zu einer Waffenruhe kommen kann, muß es auch eine Einwilligung der bewaffneten Opposition zu dieser Waffenruhe geben (und zusätzlich sicherlich auch noch einige technische Absprachen über den genauen Zeitpunkt der Feuereinstellung, die Demarkationslinien etc.) Bisher deutet allerdings nichts darauf hin, daß die Rebellen eine Feuereinstellung auch nur in Erwägung ziehen. Dies mag aus ihrer Sicht auch verständlich sein, sie wollen kein Festhalten am Status Quo, sondern den Sturz des jetzigen Regimes. In der Berichterstattung sollte man dann aber auch so ehrlich sein und klar benennen, an wem diese Waffenruhe scheitert.
darthkai 03.04.2012
4. Wie kommen sie
Zitat von bloubvielleicht merkt er dann, dann der 10. april erst in 7 tagen ist.
auf die abenteuerliche Idee beim Eulenspiegel würden Journalisten arbeiten? ^^
Surgeon_ 03.04.2012
5. Annan der Dummschwätzer !!
Zitat von sysopAPDie Hoffnung auf ein Ende der Kämpfe in Syrien ist fast wieder verflogen. Keine 24 Stunden, nachdem Assad einer Waffenruhe ab dem 10. April zugestimmt hat, gehen die Kämpfe weiter. Aktivisten melden 55 Tote. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,825437,00.html
Dieser Kofi ist eh ein Irrer und Dummschwätzer. Wollte schon mal ne Weltregierung. Googelt den mal. 1000 Projekte ohne Inhalt und Power. Ist ja nun Rentner und bezahlter Schwätzer. In den letzten Tagen vor dem 10. macht der Mörder Assad die Sache richtig klar. Danach kann man dann erst mal wieder Leichen sammeln... Was für kranke Leute !
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