Erosion in der Anti-Terror-Allianz Saudischer Kronprinz stellt sich gegen Bush

Der saudi-arabische Kronprinz Abdullah hat George W. Bush die Meinung gesagt - und die weicht ziemlich von der des US-Präsidenten ab. Abdullah sprach sich deutlich gegen eine Ausweitung des Anti-Terror-Kampfes auf Iran und den Irak aus.


Kronprinz Abdullah: Der Verbündete Amerikas geht auf Distanz
AP

Kronprinz Abdullah: Der Verbündete Amerikas geht auf Distanz

Washington - "Ich glaube nicht, dass der Anti-Terror-Krieg Iran und den Irak betrifft", sagte Abdullah dem US-Nachrichtenmagazin "Time" in einem auf der Internet-Seite der Zeitschrift veröffentlichtem Interview. Iran trage zur Stabilität in der Region bei. "Es gab in der Vergangenheit Spannungen (mit Iran), aber diese sind gelöst", sagte der Kronprinz. Er habe seine Meinung zur Irak-Politik der USA Präsident George W. Bush mitgeteilt, und dort solle sie auch bleiben.

Wenn es in Iran und im Irak Terrorismus gebe, dann sei dieser das Ergebnis kleiner Randgruppen, nicht der Regierungen, sagte Abdullah. Nun scheint einzutreten, was Experten befürchtet haben. Bushs Rhetorik findet in der arabischen Welt keinen Anklang, die Anti-Terror-Allianz droht auseinander zu fallen. Bush hatte Iran und den Irak zusammen mit Nordkorea als "Achse des Bösen" bezeichnet.

Abdullah äußerte sich in dem Interview auch zur Lage in Palästina. Im Kampf zwischen Israel und den Palästinensern müssten Friedenstruppen eingesetzt werden, sagte Abdullah. "Wir können beide Seiten trennen und Friedenstruppen einsetzen. Dann wird es Zeit sein, beide Seiten zurück an den Verhandlungstisch zu drängen."



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