Erste Auswertungen Unglücksmaschine soll technisch einwandfrei gewesen sein

Die Hinweise auf ein menschliches Versagen beim Absturz der polnischen Präsidentenmaschine verdichten sich: Die Tupolew soll nach Angaben der russischen Staatsanwaltschaft keine technischen Mängel gehabt haben. Doch noch müssen die gefundenen Flugschreiber untersucht werden.

Piloten des Unglücksjets: Major Robert Marek Grzywna (l.) und Arkadiusz Protasiuk (r.)
DPA/ Polish Air Force

Piloten des Unglücksjets: Major Robert Marek Grzywna (l.) und Arkadiusz Protasiuk (r.)


Moskau - Die russische Staatsanwaltschaft schließt eine technische Ursache für den Absturz des Flugzeugs mit dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski an Bord aus. Die Maschine vom Typ Tupolew TU-154 sei in einwandfreiem Zustand gewesen, sagte Chefermittler Alexander Bastrykin am Sonntag nach Angaben der Agentur Interfax.

Nach Auswertung des Stimmenrecorders im Flugzeug gebe es in den aufgezeichneten Gesprächen zwischen dem Piloten und dem Tower keine Hinweise auf technische Probleme. Vielmehr sei der Pilot von Kaczynskis Maschine mehrfach auf die schlechte Wetterlage und den Nebel hingewiesen worden und habe trotzdem mehrere Landeversuche unternommen, sagte Bastrykin. Am Steuer der TU-154 saß zum Absturzzeitpunkt Arkadiusz Protasiuk, der zweite Pilot war Major Robert Marek Grzywna.

Die polnische Präsidentenmaschine war am Samstagvormittag in dichtem Nebel im Landeanflug auf den Militärflughafen von Smolensk abgestürzt; niemand überlebte das Unglück.

Unklar ist weiter, was die Ursache des Unglücks war. Inzwischen wurden zwei Flugschreiber gefunden, die Aufschluss über die Unglücksursache geben sollen. Die Geräte sollen nach Moskau gebracht und dort von russischen und polnischen Spezialisten gemeinsam ausgewertet werden.

yes/dpa



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Berto v. Klick 10.04.2010
1. große Chance für Polen
Zitat von sysopDer plötzliche Tod von Polens Präsident Lech Kaczynski bedeutet für das Land eine Zäsur. Ende des Jahres 2010 stehen die Wahlen zum nächsten Präsidenten an. Wie wird das Unglück Polens politische Landschaft verändern?
An sich eine traurige Angelegenheit - aber eine große Chance für Polen zu besserer Intgration in die Europäische Gemeinschaft.
Smartone 10.04.2010
2. Herzliches Beileid
Zitat von Berto v. KlickAn sich eine traurige Angelegenheit - aber eine große Chance für Polen zu besserer Intgration in die Europäische Gemeinschaft.
Wie kann man so zynisch sein und als alle Menschen um in der Katastrophe getötete trauern, über umstrittene politische Fragen zu diskutieren. Die Integration von Polen in die EU ist eine interne Angelegenheit von Polen... Herzliches Beileid an das polnische Volk!!!
AlexN, 10.04.2010
3. schlimmer Verdacht
Der Pilot hat eindringliche Nebelwarnungen sowie Vorschläge für Ersatzflughäfen bekommen. Er hat trotzdem vier (!) Landeversuche unternommen. Bei mir drängt sich ein Verdacht auf. Ich glaube, Kaczynski sperrte sich, in Minsk oder in Moskau zu landen, um Lukaschenko oder Putin aus dem Weg zu gehen. Er hat wohl den Piloten angewiesen trotz allem in Smolensk zu landen. Der ganzen Reise ist ohnhein schon ein politisches Hickhack sondergleichen vorausgegangen, da Putin nur Tusk nach Katyn eingeladen hatte, während Kaczynski sich selbst einlud. Vermutlich sind die 130 Opfer der Sturheit dieses Mannes zu verdanken...
Klaschfr 10.04.2010
4. Nachruf
Viele werden es nicht sein, die ihm eine Träne nachweinen - allen internationalen Trauerbekundungen zum Trotz.
Berto v. Klick 10.04.2010
5. politische Bedeutung dieses Flugzeugabsturzes
Zitat von SmartoneWie kann man so zynisch sein und als alle Menschen um in der Katastrophe getötete trauern, über umstrittene politische Fragen zu diskutieren. Die Integration von Polen in die EU ist eine interne Angelegenheit von Polen... Herzliches Beileid an das polnische Volk!!!
Macht Merkel auch, wenn sie den traurigen und sinnlosen Tod von bedauernswerten Bundeswehrsoldaten nutzt, um die fragwürdige Kriegspolitik in Afghanistan politisch zu rechtfertigen.
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