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Erster Weltkrieg: Die Gedenkfeier am Hartmannsweilerkopf

Foto: Thibault Camus/ AP/dpa

Gauck und Hollande bei Weltkriegs-Gedenken Eine Umarmung, eine Botschaft

Vor genau 100 Jahren erklärte Deutschland Frankreich den Krieg. Dessen gedachten die Präsidenten Gauck und Hollande gemeinsam. Sie umarmten einander innig und lobten die Aussöhnung beider Länder als Vorbild für aktuelle Konflikte.

Hartmannsweilerkopf - Die Präsidenten Deutschlands und Frankreichs, Joachim Gauck und François Hollande, haben am Sonntag gemeinsam an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert.

Beide Staatsoberhäupter riefen dazu auf, die Lehren aus der Geschichte zu ziehen und den Frieden in Europa zu wahren. "Das gemeinsame Europa und die gemeinsamen europäischen Einrichtungen sind keine Laune der Geschichte", sagte Gauck. Dieser tiefe Sinn der europäischen Politik müsse immer wieder deutlich gemacht werden. Es müsse unermüdlich an einem vielgestaltigen Europa gearbeitet werden. Dazu gehöre auch, populistischen Strömungen entgegenzutreten, die mit antieuropäischen Parolen Stimmung machten.

Deutschland und Frankreich hätten nach zwei Weltkriegen den Mut aufgebracht, sich zu versöhnen, sagte Hollande vor den Gästen, unter ihnen Soldaten der deutsch-französischen Brigade, Kriegsveteranen, Regionalpolitiker aus beiden Ländern sowie hundert junge Deutschen und Franzosen. Europa habe den Krieg besiegt, dies sei eine "außergewöhnliche Leistung".

Die Geschichte Frankreichs und Deutschlands zeige, dass der gemeinsame Wille einstige "Erbfeinde" zueinanderbringen könne. So könne das aktuelle Gedenken eine Botschaft sein für all jene, die die Hoffnung auf einen Friedensprozess im Nahen Osten aufgegeben hätten, sagte Hollande. "Mehr denn je" müssten "alle unsere Anstrengungen auf einen Waffenstillstand im Gazastreifen zielen, um das Leid der Zivilbevölkerung zu beenden".

Grundstein für deutsch-französisches Museum gelegt

Deutschland und Frankreich müssten zusammenarbeiten, um neue Konflikte zu vermeiden, forderte Hollande. Beide Länder hätten bewiesen, dass Aussöhnung möglich sei, dieses Beispiel müssten sie anderen Ländern vor Augen halten.

Hollande hatte Gauck am Morgen in der Gedenkstätte an dem 956 Meter hohen Hartmannsweilerkopf nahe der Ortschaft Wattweiler empfangen. Nach einer langen Umarmung schritten beide Politiker in einem Meer aus deutschen und französischen Fahnen zu der Nekropole, in der die Gebeine von rund 12.000 deutschen und französischen Soldaten bestattet sind. Anschließend besichtigten sie die teilweise noch sehr gut erhaltenen Schützengräben mit Hunderten von Unterständen und Bunkern. Bei den Gefechten in den Schützengräben kamen schätzungsweise 25.000 bis 30.000 deutsche und französische Soldaten ums Leben.

Zum Abschluss der Feierlichkeiten legten sie den Grundstein für das erste deutsch-französische Museum zum Ersten Weltkrieg, das 2017 eröffnet werden soll.

Am 3. August 1914 hatte Deutschland Frankreich den Krieg erklärt. In der Nacht darauf überfielen deutsche Soldaten das neutrale Belgien. Dort nimmt Gauck am Montagnachmittag an weiteren Gedenkfeiern teil.

fab/AFP/dpa
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