Eskalation im Südsudan Hunderte sterben bei blutigen Stammeskämpfen

Der Staat Südsudan ist erst wenige Monate alt - schon erschüttern heftige Kämpfe das Land. Bei Gefechten zwischen Stämmen sind in den vergangenen Tagen mehr als 600 Menschen getötet worden. Fast tausend seien verletzt worden, warnt die Uno.

New York - Bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Stämmen sind im Südsudan mindestens 600 Menschen getötet worden, so die örtliche Uno-Mission. Seit Beginn der Zusammenstöße im Bundesstaat Jonglei am vergangenen Donnerstag seien zudem fast tausend Menschen verletzt worden.

Die Uno-Beauftragte für den Südsudan, Hilde Johnson, forderte ein Ende der Gewalt. Sie forderte alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Ein Team der Vereinten Nationen wurde in den betroffenen Bundesstaat im Osten des Landes entsandt.

Der Gouverneur von Jonglei, Kuol Manyang Juuk, hatte am Freitag gesagt, die Kämpfe hätten in dem Teilstaat Bier begonnen. Mitglieder des Murle-Stammes würden verdächtigt, fünf Dörfer des Lou-Nuer-Stammes in Bier angegriffen, Vieh geraubt und Frauen und Kinder entführt zu haben.

Der Südsudan hatte Anfang Juli seine Unabhängigkeit vom Norden erklärt. Die Teilung des größten Landes auf dem afrikanischen Kontinent nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg in einen vornehmlich muslimischen Norden und einen christlichen und animistischen Süden war in einem Referendum Anfang des Jahres beschlossen worden. Seitdem haben Diplomaten aber ihre Sorge über interne Konflikte und wachsende Spannungen mit Khartum geäußert.

kgp/AFP/dapd
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