39 Tote in Lkw Vietnamesische Polizei sammelt DNS-Proben möglicher Angehöriger

Immer noch ist unklar, wer die 39 Toten sind, die in einem Lastwagen im britischen Essex gefunden wurden. Mit DNS-Analysen wollen die Ermittler jetzt den Verdacht überprüfen, dass einige der Opfer aus Vietnam stammen.

Eine Verwandte schaut sich auf ihrem Handy ein Foto von Anna Bui Thi Nhung, die zu den mutmaßlichen Opfern gehört
Kham/REUTERS

Eine Verwandte schaut sich auf ihrem Handy ein Foto von Anna Bui Thi Nhung, die zu den mutmaßlichen Opfern gehört


Mehrere Tage nachdem in einem abgestellten Lkw in der britischen Grafschaft Essex 39 Leichen gefunden wurden, ist die vietnamesische Polizei in die Ermittlungen eingeschaltet worden. Beamte des Ministeriums für öffentliche Sicherheit hätten Haar- und Blutproben von Personengenommen genommen, die mit den Opfern möglicherweise verwandt sein könnten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Hintergrund der Aktion sei, dass die britischen Ermittler sich nach der anfänglichen Vermutung, es würde sich bei den Toten um Chinesen handeln, nun dem Verdacht nachgeht, dass alle oder zumindest viele von ihnen Vietnamesen waren.

Bereits kurz nachdem der Fund der Leichen am Mittwoch bekannt geworden war, hatten mehrere vietnamesische Familien sich besorgt geäußert, dass darunter Angehörige von ihnen sein könnten. Die Familie der 26 Jahre alten Pham Tra My etwa hat der BBC zufolge berichtet, die junge Frau habe ihnen in der Dienstagnacht eine Nachricht geschickt, in der sie schrieb: "Ich sterbe, ich kann nicht atmen." Die Leichen waren am frühen Mittwochmorgen entdeckt worden.

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Leichenfund in Essex: Abfahrt aus dem Industriegebiet

Die britische Polizei geht unterdessen dem Verdacht nach, der aufgefundene Lkw könnte Teil einer "größeren Verschwörung" sein. Demnach gibt es Hinweise darauf, dass der Wagen im Konvoi mit zwei weiteren gefahren sei. Insgesamt sollen mit den drei Fahrzeugen laut BBC rund hundert Menschen nach Großbritannien geschmuggelt worden sein.

Die britische Polizei hat bereits vier Verdächtige festgenommen, darunter den Fahrer des Lastwagens, in dem die Leichen gefunden worden waren. Ein Mann, der am Samstag von der irischen Polizei wegen einer mutmaßlichen Straftat in Irland festgenommen worden ist, wurde von den Ermittlern ebenfalls im Zusammenhang mit der Tat befragt.

Den Verdächtigen wird Menschenhandel und Totschlag beziehungsweise Mord vorgeworfen. Nach Angaben der Polizei wurden drei von ihnen jedoch am Sonntag auf Kaution freigelassen. Demnach müssen der in Irland festgenommene Mann sowie eine 38 Jahre alte Frau und ein 38 Jahre alter Mann aus Warrington in Nordengland sich erst wieder am 11. beziehungsweise 13. November bei der Polizei melden.

Die Polizei von Essex bezeichnet den Fall als die größte Mordermittlung ihrer Geschichte.

Die Reportage vom Fundort der Leichen

mak/Reuters



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