Eta-Strategie für Spanien Die "Enkel des Zorns" schwören blutige Rache

Die baskische Untergrundorganisation Eta plant gezielte Mordanschläge auf Politiker der spanischen Regierungspartei, berichten spanische Medien. Eine neue Generation aus jungen Radikalen und bezahlten Mördern soll das Ruder in der Terrororganisation übernommen haben.


Madrid - Die Eta-Terroristen haben vor allem Politiker der seit April regierenden Sozialisten (PSOE) unter Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero ins Visier genommen, schreibt die Zeitung «ABC» in ihrer heutigen Ausgabe unter Berufung auf Sicherheitskreise. Nach der jüngsten Serie von Anschlägen mit kleineren Sprengsätzen droht damit nun eine Reihe von blutigen Attentatsversuchen. Ziel der Eta sei es, Verhandlungen der spanischen Regierung mit der verbotenen Separatistenpartei Batasuna (Einheit) und deren Wiederzulassung zu erzwingen, schreibt das Blatt.

Verantwortlich für diesen brutalen Kurs soll eine neue Generation von Eta-Terroristen sein, die aus jungen Radikalen und bezahlten Mördern bestehe, schreibt "ABC". Insgesamt halte die Eta in Spanien fünf Terrorkommandos bereit. Deren Mitglieder seien den Fahndern größtenteils unbekannt. An ihrer Spitze stehe Garikoitz Aspiazu Rubina alias "Txeroki", der ebenfalls zu dieser neuen Generation von Eta-Aktivisten, den "Enkeln des Zorns", zähle.

Einen Erfolg verbuchte unterdessen die französische Polizei im Kampf gegen die Terroristen. In Limoges hob sie eine Bombenfabrik der Eta aus. In einer Garage seien am Samstag 360 Kilogramm Chemikalien zur Herstellung von Sprengsätzen entdeckt worden, teilte das spanische Innenministerium mit. Auch zahlreiche Unterlagen habe man sichergestellt.

Die Eta hatte sich vergangene Woche mit einer Serie von Anschlägen mit kleineren Bomben in Madrid und sieben weiteren spanischen Städten zurückgemeldet. Dabei wurden 23 Personen leicht verletzt. Erst in der vergangenen Nacht explodierten im Baskenland zwei Bomben vor Unternehmen in der Gegend um San Sebastián. Die Sprengsätze richteten aber nur geringen Sachschaden an, wie die Polizei mitteilte.



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