Etienne Tshisekedi Kongos langjähriger Oppositionsführer ist tot

Er bekämpfte die kongolesischen Machthaber jahrzehntelang: Jetzt ist der langjährige Oppositionsführer Etienne Tshisekedi mit 84 Jahren in Brüssel gestorben.

Etienne Tshisekedi (r.) und seine Frau bei der Ehrung getöteter oppositioneller Demonstranten in Kinshasa, November 2016
REUTERS

Etienne Tshisekedi (r.) und seine Frau bei der Ehrung getöteter oppositioneller Demonstranten in Kinshasa, November 2016


Kongos langjähriger Oppositionsführer Etienne Tshisekedi ist tot. Er starb nach Angaben seiner Partei am Mittwoch im Alter von 84 Jahren in Belgien - während er sich einer Behandlung in einem Brüsseler Krankenhaus unterzog.

Todesursache war laut dem französischen Auslandsradiosender RFI eine Lungenembolie. Tshisekedis Partei, die Union für Demokratie und sozialen Fortschritt, erklärte, Einzelheiten zu seiner Beerdigung würden in Kürze bekanntgegeben.

Der Kongo habe mit Tshisekedi einen Politiker verloren, "der sich engagiert für die Zukunft seines Landes und dessen Bürger einsetzte", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

Tshisekedi (l.) mit Diktator Mobutu, 1997
AP/ Sunday Times

Tshisekedi (l.) mit Diktator Mobutu, 1997

Tshisekedi war seit den Neunzigerjahren einer der prominentesten Oppositionellen, obwohl er zeitweise auch Ministerpräsident unter dem Diktator Mobutu Sese Seko war. Nach Mobutus Fall 1997 wurde Tshisekedi ein entschiedener Kritiker von Präsident Laurent Kabila und dessen Nachfolger und Sohn Joseph Kabila.

2006 hatte Tshisekedis Partei die Präsidentenwahl boykottiert, 2011 verlor er gegen Joseph Kabila, der sich seither an der Macht hält. Mehrfach verzögerte Wahlen sollen nun Ende 2017 stattfinden.

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Kongo-Krise: Kabila und Opposition attackieren sich

Gegen die Verschiebung der Wahl hatte es 2016 mehrfach Proteste gegeben, bei denen Dutzende Teilnehmer von staatlichen Sicherheitskräften Kabilas erschossen wurden. Die schwersten Zusammenstöße gab es Ende September in der Hauptstadt Kinshasa, dabei kamen mehr als 50 Demonstranten ums Leben.

cht/dpa



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