Krisenregion EU-Ausbilder starten Trainingsmission in Mali

Sie sollen aus Malis maroden Streitkräften wieder so etwas wie eine Armee machen: Hunderte EU-Ausbilder haben in dem Krisenland mit dem Trainingseinsatz für das Militär begonnen. Sie coachen zunächst die Hälfte der insgesamt rund 6000 Soldaten.

Britische Soldaten auf dem Weg nach Mali (Archivbild): Lange Mission im Krisenland
DPA/MOD

Britische Soldaten auf dem Weg nach Mali (Archivbild): Lange Mission im Krisenland


Addis Abeba/Bamako - Die malische Armee ist in einem bedenklichen Zustand: Schlecht ausgerüstet, schlecht organisiert, schlecht ausgebildet, hat sie allein kaum eine Chance gegen die radikalen Rebellen im Land. Nun soll sich zumindest bei der Ausbildungssituation etwas tun. Mehrere hundert Soldaten aus der Europäischen Union sind in Mali eingetroffen, um die Streitkräfte des westafrikanischen Krisenlands zu schulen.

Während des zunächst auf 15 Monate befristeten Einsatzes sollen knapp 3000 Soldaten trainiert werden, etwa die Hälfte der malischen Armee. Sie würden in vier Gruppen jeweils in einem Militärcamp in Koulikoro stationiert, rund 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako, berichteten malische Medien am Dienstag.

Die Aufgaben der Ausbilder sind vielfältig: Neben technischen Kursen über den Umgang mit Waffen und die Ausführung von Militärmanövern werden in den Kursen auch Themen wie humanitäres Völkerrecht und Schutz der Zivilbevölkerung gelehrt.

Das Land wird seit Monaten immer wieder von blutigen Gefechten erschüttert. Vor allem im Norden widersetzen sich islamische Rebellen der eigenen Armee und den internationalen Truppen. Erst am Osterwochenende hatte es einen Anschlag in der Wüstenstadt Timbuktu gegeben.

jok/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jouvancourt 02.04.2013
1. Ausbildungsmission
Ich war Ausbilder in zwei westafrikanischen Armeen. Okay, die Jungs lernen mit Technik umzugehen, aber die Motivation kann ihnen niemand vermitteln. Für welche Regierung, welches Land und welchen Stamm sollen sie kämpfen? Warum ihr Leben einsetzen, wenn sie mit Schutzgeldern viel mehr verdienen können? Jeder afrikanische Politiker (um mal nur von Afrika zu sprechen) macht es ihnen vor, wie man sich so schnell wie möglich und straffrei selbst bereichert. Ihr Stamm verlangt stets Hilfszahlungen, das Klima verlangt ihnen viel ab und jetzt rücken auch noch europäische Luxusausbilder mit Traumgehältern an, die ihnen vor allem vor Augen führen, wie arm sie doch sind....
skaiser5 02.04.2013
2. So viele Fragen nach dem Sinn
Zitat von sysopDPA/MODSie sollen aus Malis maroden Streitkräften wieder so etwas wie eine Armee machen: Hunderte EU-Ausbilder haben in dem Krisenland mit dem Trainingseinsatz für das Militär begonnen. Sie coachen zunächst die Hälfte der insgesamt rund 6000 Soldaten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-ausbilder-starten-trainingsmission-in-mali-a-891984.html
Wen bilden wir hier aus? Was sind das für Leute? Warum sind sie vertrauenswürdig, unsere Kenntnisse nicht gegen unsere Ziele zu verwenden? Welchen Mächtigen kann man in Afrika überhaupt (noch) trauen? Wer ist in Afrika ein GUTER? Zu viele Fragen ohne sinnvolle Antwort. Wenn schon, dann sollten wir die direkte Kontrolle bis zum Ausmerzen der allgegenwärtigen Korruption übernehmen - ein Projekt, das so lange dauert, bis der letzte der Kinder der gegenwärtigen Erwachsenengeneration das zeitliche gesegnet hat. ca. 100 Jahre. Wollen wir das? Letztendlich steht hinter all unseren Aktionen doch auch immer die Frage, wie wir es schaffen, Deutschland frei von Armutsmigration zu halten. Wenn wir dabei anderen Ländern Wohlstand und Frieden bringen, wohl dann, auf geht´s. Doch: Wer hat das Rezept gegen Korruption(?) und wer kann die Afrikaner motivieren, statt im Kaffeehaus zu sitzen zu arbeiten? Allein die Temperaturen werden das verhindern. Also: Ist all unsere Mühe umsonst? Müssen wir doch die Mauern hoch ziehen, um den Treck der ziellos Wohlstand Suchenden in Afrika zu belassen? Doch warum schaffen es die Asiaten? Ich bin sehr vorsichtig, was Afrika angeht, und verstehe nicht wirklich, warum wir uns von den Franzosen hier herein ziehen lassen. Sie haben dort seit Jahrzehnten die militärische Verantwortung - jetzt sollen wir Deutschen ihnen (wie so oft) aus der Patsche helfen.
jujo 02.04.2013
3. ....
Zitat von jouvancourtIch war Ausbilder in zwei westafrikanischen Armeen. Okay, die Jungs lernen mit Technik umzugehen, aber die Motivation kann ihnen niemand vermitteln. Für welche Regierung, welches Land und welchen Stamm sollen sie kämpfen? Warum ihr Leben einsetzen, wenn sie mit Schutzgeldern viel mehr verdienen können? Jeder afrikanische Politiker (um mal nur von Afrika zu sprechen) macht es ihnen vor, wie man sich so schnell wie möglich und straffrei selbst bereichert. Ihr Stamm verlangt stets Hilfszahlungen, das Klima verlangt ihnen viel ab und jetzt rücken auch noch europäische Luxusausbilder mit Traumgehältern an, die ihnen vor allem vor Augen führen, wie arm sie doch sind....
In einem ganz anderem Zusammenhang aber mit dem gleichen Ergebnis schrieb ich, das Personal auf Kreuzfahrtschiffen betreffend, das der arme Mensch aus der dritten Welt, welcher für kleines Geld an Bord dieser Schiffe arbeitet, nicht besonders motiviert ist im Katastrophenfall einen Luxusreisenden zu retten und sein Leben zu riskieren! An diesen Tatsachen(!) kommt man nicht vorbei, Politiker die uns etwas anderes erzählen tun dieses wider besseren Wissens. Mali wird, wie Afghanistan, im Desaster enden!
fd53 02.04.2013
4. nicht vergleichbar
Zitat von jujoIn einem ganz anderem Zusammenhang aber mit dem gleichen Ergebnis schrieb ich, das Personal auf Kreuzfahrtschiffen betreffend, das der arme Mensch aus der dritten Welt, welcher für kleines Geld an Bord dieser Schiffe arbeitet, nicht besonders motiviert ist im Katastrophenfall einen Luxusreisenden zu retten und sein Leben zu riskieren! An diesen Tatsachen(!) kommt man nicht vorbei, Politiker die uns etwas anderes erzählen tun dieses wider besseren Wissens. Mali wird, wie Afghanistan, im Desaster enden!
Schon wegen der Kultur und der Mentalität kann man diese beiden Länder überhaupt nicht vergleichen. Und wenn es gelingt das Volk der Tuareg in der Masse gleichberechtigt eine (beschränkte) autonome Heimat zu geben, dann wären schon viele Ursachen beseitigt. El Kaida und seine extremen Islamisten haben dort real keinen wirklichen Rückhalt in den Breite der Bevölkerung. Und wer auch mal mit dem Fahrrad 6 Wochen in dem Land unterwegs war und dabei auch mal einige Tage in Timbuktu war, der wird meine Ansichten wohl bestätigen müssen.
fatherted98 02.04.2013
5. Lach...
...super Idee diese Leute auszubilden...die sich dann wahrscheinlich mit Deutschen Zertifikat als Söldner für den meistbietenden verdingen...sich da unten überhaupt einzumischen ist totaler Mumpitz...das führt zu gar nichts...auch Frankreich wird das bald erfahren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.