EU-Beitritt der Türkei EVP-Chef wirft Boris Johnson "pure Arroganz" vor

Der britische Außenminister Boris Johnson wirbt für den EU-Beitritt der Türkei. Die Einmischung sorgt für Unmut bei Europas Konservativen, EVP-Chef Manfred Weber platzte nun der Kragen.

Manfred Weber
DPA

Manfred Weber


Der britische Außenminister Boris Johnson hat den Unmut von Manfred Weber, Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, auf sich gezogen: Johnsons Äußerungen zu den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei seien "unglaublich, arrogant und eine Provokation", sagte der CSU-Politiker Weber in Straßburg.

Großbritanniens Außenminister hatte bei einem Besuch in Ankara vor zwei Monaten gesagt, er könne der Regierung von Recep Tayyip Erdogan beim EU-Beitritt helfen. Im Wahlkampf vor dem britischen EU-Referendum hatte Johnson noch Stimmung gegen eine mögliche Mitgliedschaft der Türkei gemacht.

Ein solcher Beitritt ist in den vergangenen Monaten immer unwahrscheinlicher geworden. Seit dem gescheiterten Putsch am 15. Juli hat Erdogan Zehntausende Menschen festnehmen lassen und Zehntausende weitere aus dem Staatsdienst entlassen.

Sprecher aller maßgeblichen Fraktionen im Europaparlament fordern nun, die Beitrittsgespräche mit der Türkei einzufrieren. Die Regierung in Ankara nehme den gescheiterten Putschversuch zum Vorwand, um unliebsame Bürger zu verfolgen, sagte Weber.

Fotostrecke

5  Bilder
EU vs. Türkei: Nesteln an der Roten Karte

Umso mehr ärgert sich Weber über Johnsons Einmischung. "Das ist die pure Arroganz, wenn er uns sagt, was wir tun sollen. Ich kann das nicht mehr ernst nehmen."

cte/Reuters



insgesamt 103 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
theodtiger 22.11.2016
1. kaum zu glauben
Dieses Verhalten des britischen Außenministers Johnson zeigt noch einmal deutlich, dass es Teilen der britischen Politiker nur um die Schwächung der EU geht - sowohl von innen wie auch von außen. Und dies: koste es was es wolle (wenn's sein muss, den letzten Rest der eigentlich nicht mehr vorhandenen Glaubwürdigkeit)
recepcik 22.11.2016
2. Komisch diese Beiten
Selber austreten und für den Beititt der Türkei sein. Sie handeln nach dem Motto "Nach uns die Sinflut" . Mit der Türkei als Mitglied wäre die EU dem Ende ziemlich nahe. Der britische Außenminister hat eigentlich einen anderen Grund für seinen persönlichen Engagement . Angeblich hat Boris Johnson osmanische Vorfahren und er wird aus diesem Grund auch von den türkischen Medien und ganz besonders von Erdogan geschätzt.
nilson_de 22.11.2016
3. Der Brexit supportet den Turkentry?
Die Briten treten aus der EU aus aber wollen der Türkei helfen Mitglied zu werden? joa...is klar.....:) Johnson....Herrlich. was fürn Vogel....auslachen und wieder in die Ecke stellen den Typen. Mit ner Pulle Scotch. Dann gibts bald noch mehr zu lachen :)
adsoftware 22.11.2016
4. Satire nicht verstanden
Wenn Johnson für den Türkei Beitritt wirbt, ist das reine Satire, die Brüssel nicht begreift. Das Verhältnis zwischen Brüssel und London ist zerstört, es kommt ein großer Wirtschaftskrieg, den sich GB dank seiner eigenen Währung und Weltverbindungen leisten kann. Schäuble's Erpressungsversuche gegenüber London sind einfach lachhaft. Die Briten haben die USA und die Chinesen an ihrer Seite. Wen haben Merkel und Schäuble? Ach ja, den Weber.
kraus.roland 22.11.2016
5. Johnson erweist sich..
..auch als Aussenminister als der verantwortungslose Schlingel, der er immer war. Freilich bleibt er seiner Logik treu: die EU mit allen Mitteln zu bekämpfen und, wenn möglich, zu zerstören. Er samt Chefin verdienen jetzt den geballten Wind von vorne. Das Idiotenspiel sollte jetzt vorbei sen!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.