EU-Beitrittsverhandlungen Türkischer Außenminister nennt privilegierte Partnerschaft unmoralisch

Der türkische Außenminister Abdullah Gül hat Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel scharf angegriffen. Gül bezeichnete das Unions-Konzept einer privilegierten Partnerschaft seines Landes mit der Europäischen Union als "illegitim und unmoralisch".


Ankara - Die privilegierte Partnerschaft werde "die Zukunft unserer Beziehungen behindern", sagte Gül der Tageszeitung "Turkish Daily News". Er bedaure zu beobachten, dass die Frage des EU-Beitritts der Türkei "von bestimmten Kreisen für kurzfristige innenpolitische Ziele missbraucht" werde. Gül zeigte sich zuversichtlich, dass die Verhandlungen seines Landes mit der EU wie geplant am 3. Oktober beginnen.

Die EU-Außenminister wollen am Donnerstag und Freitag im britischen Celtic Manor über den Verhandlungsrahmen für die Beitrittsgespräche mit Ankara beraten. Merkel hatte vor wenigen Tagen gefordert, für die am 3. Oktober beginnenden Gespräche mit Ankara ausdrücklich auch eine privilegierte Partnerschaft als Ziel mitaufzunehmen. Auch der französische Innenminister Nicolas Sarkozy ist für diese Variante, die eine im Vergleich zur Mitgliedschaft losere Bindung an die EU bedeuten würde.



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