EU-Gipfel in Brüssel Hollande erwartet Geld für Frankreichs Afrika-Einsätze

Präsident François Hollande fordert von der EU erneut finanzielle Hilfe für französische Militäreinsätze. In Zentralafrika etwa habe Frankreich die Verantwortung übernommen. Doch von europäischen Regierungschefs kommt Widerstand.

Präsident François Hollande: Fordert finanzielle Beteiligung Europas
DPA

Präsident François Hollande: Fordert finanzielle Beteiligung Europas


Brüssel - Frankreich drängt auf EU-Gelder für Militäreinsätze. Sein Land habe in Afrika die Initiative ergriffen und dafür von fast allen Staaten der Europäischen Union (EU) Unterstützung erhalten, sagte Frankreichs Präsident am Donnerstag in Brüssel. François Hollande erwarte nun von den anderen Regierungen Geld für die Arbeit des französischen Militärs.

"Es gibt Einsätze, die wir derzeit in Afrika haben", sagte er unmittelbar vor Beginn des Gipfels, ohne die Militäraktion in der Zentralafrikanischen Republik ausdrücklich zu nennen. Lob allein reiche nicht. Seine Forderung hatte Hollande bereits in der vergangenen Woche angekündigt.

Diplomaten sagten, viele EU-Staaten seien bereit, sich an EU-Missionen auch finanziell zu beteiligen, wollten aber nicht einseitig beschlossene Aktionen eines anderen Staates finanzieren. Die gemeinsame Verteidigungspolitik in der EU ist eines der zentralen Themen bei dem Gipfel der 28 Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag.

Merkel will Aktivitäten bündeln

Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten bei ihrem zweitägigen Treffen erstmals seit langem wieder über dieses Thema. Frankreichs Forderung nach EU-Fonds zur Finanzierung von Militärinterventionen hatte bereits im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Die Regierung in Paris hofft zudem auf die Beteiligung anderer EU-Staaten mit Soldaten an dem Einsatz.

Am Freitag wollten die "Chefs" unter anderem auch über die Situation in der Ukraine sprechen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich unmittelbar vor dem Gipfelstart überzeugt, dass Europa in der Außen- und Sicherheitspolitik "sehr viel mehr zusammenarbeiten" muss. "Wir können unsere Rüstungsaktivitäten bündeln", sagte sie. Eine Aussage, die im Widerspruch zu dem Entwurf für die Gipfelbeschlüsse steht. Insbesondere Deutschland hatte dabei wichtige Einschränkungen vorgenommen, an entscheidenden Stellen seien immer wieder konkrete Zeitangaben gestrichen und Ziele eingedampft worden.

Großbritanniens Premierminister David Cameron pochte dagegen darauf, dass militärische Fähigkeiten Sache der Mitgliedsstaaten bleiben müssten.

vek/dpa/Reuters

insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
derdingens 19.12.2013
1. Französische Interessen in Zentralafrika
Warum wird eigentlich in keinem Artikel zu diesem Thema erwähnt, dass es in Zentralafrika eine Uranmine gibt an der Areva einen 35% Anteil hält? Angesichts des hohen Anteils an Atomstrom an der französischen Stromerzeugung hat Frankreich ein massives Interesse am Schutz dieser Mine ...
Inselbewohner, 19.12.2013
2. Falsch Erinnerung?
Zitat von sysopDPAPräsident François Hollande fordert von der EU erneut finanzielle Hilfe für französische Militäreinsätze. In Zentralafrika etwa habe Frankreich die Verantwortung übernommen. Doch von europäischen Regierungschefs kommt Widerstand. http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-gipfel-hollande-erwartet-geld-fuer-frankreichs-afrika-einsaetze-a-940165.html
Irre ich mich oder ist der Hollande nicht der, der gesagt hat die Einsätze in Afrika bezahlt Frankreich selbst?. Ist eigentlich ganz logisch wenn für die Wirtschaftsinteressen eines Landes alle anderen mit bezahlen. Jeder hat das Recht auf etwas Kriegsspielerei und jeder darf dabei sein in Form von Geld. Wenn das Schule macht wird es für die EU richtig teuer falls mal wieder so etwas wie der Falklandkrieg geführt wird. Gruß HP
Inselbewohner, 19.12.2013
3. Nein nein!
Zitat von derdingensWarum wird eigentlich in keinem Artikel zu diesem Thema erwähnt, dass es in Zentralafrika eine Uranmine gibt an der Areva einen 35% Anteil hält? Angesichts des hohen Anteils an Atomstrom an der französischen Stromerzeugung hat Frankreich ein massives Interesse am Schutz dieser Mine ...
Sie sehen das falsch. Frankreich hat aus reiner Menschenliebe und für die Freiheit plus Demokratie seine Truppen eingesetzt. Da können Sie nicht einfach daher kommen und irgend welche schnöden Wirtschaftsinteressen in den Vordergrund stellen. Also wirklich! Gruß HP
Pandora0611 19.12.2013
4. Frankreich spielt Krieg
Zitat von sysopDPAPräsident François Hollande fordert von der EU erneut finanzielle Hilfe für französische Militäreinsätze. In Zentralafrika etwa habe Frankreich die Verantwortung übernommen. Doch von europäischen Regierungschefs kommt Widerstand. http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-gipfel-hollande-erwartet-geld-fuer-frankreichs-afrika-einsaetze-a-940165.html
"La Grande Nation" schickt seine "Legionäre" in seine ehemalige Kolonie Zentralafrika. Es geht um Rohstoffe und Bodenschätze. Dafür soll natürlich die EUdSSR zahlen. Frankreich ist zwar faktisch pleite und der "kranke Mann Europas", aber für Kriege reicht es immer noch. Und Deutschland wird - wie immer - natürlich zahlen!
Pandora0611 19.12.2013
5. Frankreich spielt Krieg
Zitat von sysopDPAPräsident François Hollande fordert von der EU erneut finanzielle Hilfe für französische Militäreinsätze. In Zentralafrika etwa habe Frankreich die Verantwortung übernommen. Doch von europäischen Regierungschefs kommt Widerstand. http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-gipfel-hollande-erwartet-geld-fuer-frankreichs-afrika-einsaetze-a-940165.html
"La Grande Nation" schickt seine "Legionäre" in seine ehemalige Kolonie Zentralafrika. Es geht um Rohstoffe und Bodenschätze. Dafür soll natürlich die EUdSSR zahlen. Frankreich ist zwar faktisch pleite und der "kranke Mann Europas", aber für Kriege reicht es immer noch. Und Deutschland wird - wie immer - natürlich zahlen!
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