EU-Gipfel Merkel und Hollande wollen mit Tsipras beraten

Beim EU-Gipfel in Riga geht es vor allem um Osteuropa, aber Deutschland und Frankreich wollen das Treffen nutzen, um in der Griechenland-Krise voranzukommen - bei einem Gespräch mit Premier Tsipras.


Die Verhandlungen mit Griechenland kommen nur stockend voran - auch wenn Athen anderes weis machen will. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnt erneut vor einem Staatsbankrott - sollten die Gespräche der Geldgeber mit Griechenland scheitern.

Die Lage ist verfahren - jetzt wollen Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande am Rande des EU-Gipfels in Riga den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras treffen. Das bestätigte ein deutscher Regierungssprecher. Das Treffen werde an diesem Donnerstag nach dem Abendessen der EU-Chefs mit den Vertretern der östlichen Nachbarstaaten stattfinden, sagte er.

Bereits im Vorfeld des Gipfels, der am Donnerstagabend in Riga beginnt, hatte Merkel Interesse an einem Gespräch mit Tsipras signalisiert. Entscheidungen sollen dabei nicht fallen. Merkel und Hollande dürften den Ministerpräsidenten des hoch verschuldeten Euro-Landes aber nachdrücklich zu Reformen auffordern, um die Auszahlung weiterer Finanzhilfen der internationalen Partner zu ermöglichen.

Griechenland und seine Geldgeber haben sich trotz Fortschritten immer noch nicht auf ein Reformpaket geeinigt. Ein Abschluss ist die Voraussetzung für das Auszahlen von Milliardenhilfen. Schon beim Euro-Finanzministertreffen vor eineinhalb Wochen war deutlich geworden, dass bis Ende des Monats ein Kompromiss gefunden werden muss. Griechenland geht das Geld aus. Im Juni müssen allein an den Internationalen Währungsfonds (IWF) gut 1,5 Milliarden Euro zurückgezahlt werden.

anr/Reuters/dpa

insgesamt 7 Beiträge
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Sara Henna Duschwitz 21.05.2015
1. Versprechen dürfen nicht reichen
Man weiß ja nicht, was da jetzt wieder gemauschelt wird. Aber es scheint wieder auf großartige Versprechen der Griechen hinauszulaufen. In der verbleibenden Zeit bis zum nächsten fälligen Kredit kann nichts mehr durchs Paralament gebracht werden, dafür hat Tsipras jetzt schon zulange gezockt. Da darf man sich aber auf keinen Fall mehr drauf einlassen. Wenn sich in den letzten sieben Jahren tatsächlich mal eine griechische Regierung genötigt gesehen hat, ein VErsprechen einlösen zu müssen, dann wird schnell neu gewählt, und die neue Regierung will von den alten Versprechen nichts wissen, die im Gegenzug gewährten Kredite sollen aber bitteschön voll ausgezahlt und verlängert werden. Wir dürfen uns nicht weiter erpressen lassen. Etwa 500 Mrd. haben die Griechen hauptsächlich auf Kosten des restlichen Euro-Staaten schon verzockt. Da muss man jetzt nicht noch mehr hinterherwerfen, zurück kommt ohnehin nichts.
corvey 21.05.2015
2.
... soll hier eine neue Richtung vorgetäuscht werden?
lazycat 21.05.2015
3. Verwette
mein letztes Hemd das Murksel alles akzeptieren wird was man ihr anbietet. Es ist mal wieder alternativlos. So werden wieder Milliarden in ein Fass ohne Boden fliessen obwohl jeder weiss das schon jetzt alles Geld verloren ist da Griecheland seine Schulden nie zurückzahlen kann. Wetten dass?
Leto13 21.05.2015
4. hm
Merkel und Hollande brauchen Tsipras nicht aufzufordern, Reformen zu unternehmen. Das ist ohnehin Teil seines Regierungsprogramms. Es geht lediglich darum, die neue griechische Regierung zu unterwerfen oder zum Abdanken zu zwingen, damit das Projekt weitergehen kann.
drent 21.05.2015
5. Im Juni 2016
werden konkrete Listen mit echten Reformen vorgelegt. Wird Herr Tsipras mit 3 Fingern auf's Herz versprechen. Aber bis dahin muss ordentlich Kohle geliefert werden.
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