Spitzentreffen Streit um Posten verzögert EU-Gipfel

Wer folgt auf die EU-Außenbeauftagte Ashton, wer auf Ratspräsidenten Van Rompuy? Die Debatte um Europas Spitzenpersonal wird offenbar noch heftig geführt: Der Gipfel der Staatschefs verschiebt sich nach hinten.
EU-Ratspräsident Van Rompuy: "Nicht der beste Start"

EU-Ratspräsident Van Rompuy: "Nicht der beste Start"

Foto: GEORGES GOBET/ AFP

Brüssel - Die Debatte über die Besetzung mehrerer europäischer Spitzenposten verzögert den Beginn des EU-Gipfels. Der mit den Sondierungsgesprächen beauftragte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy verschob den für 18 Uhr geplanten Beginn des Treffens der Staats- und Regierungschefs um zwei Stunden auf 20 Uhr.

Bei dem Gipfel in Brüssel zeichnen sich schwierige Verhandlungen ab: "Wir brauchen noch mehr Zeit für Konsultationen", sagte ein EU-Vertreter. Finnlands Regierungschef Alexander Stubb twitterte: "Nicht der beste Start." Es sehe nach einer Nachtsitzung aus.

Nach der Wahl des Luxemburgers Jean-Claude Juncker zum künftigen Präsidenten der EU-Kommission müssen die EU-Staaten sich nun auf Nachfolger für die Außenbeauftragte Catherine Ashton und Van Rompuy einigen.

De Gucht möglicherweise Kandidat für Ashton-Nachfolge

Für die Ashton-Nachfolge brachte sich nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen der derzeitige Handelskommissar Karel de Gucht ins Gespräch. Zudem kursieren die Namen zweier Frauen: Die auf internationalem Parkett noch unerfahrene italienischen Außenministerin Federica Mogherini und die derzeitige EU-Kommissarin für internationale Hilfe, die Bulgarin Kristalina Georgieva. Gegen Mogherini gibt es angesichts des aktuellen Konflikts mit Russland Bedenken aus Osteuropa, wo die linke Italienerin als zu russlandfreundlich eingeschätzt wird.

Als möglicher Nachfolger für Van Rompuy werden die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Dänemarks, Helle Thorning-Schmidt, und ihr österreichischer Kollege Werner Faymann gehandelt. Außerdem im Gespräch sind der liberale Ex-Ministerpräsident Estlands, Andrus Ansip, sowie der ebenfalls liberale niederländische Regierungschef Mark Rutte.

Auf dem Gipfel soll auch darüber diskutiert werden, wer den Niederländer Jeroen Dijsselbloem als Chef der Eurogruppe ablösen könnte. Als Anwärter auf diesen dann möglicherweise hauptamtlichen Posten gilt Spaniens Finanzminister Luis de Guindos.

kes/dpa
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