Frankreichs Ex-Finanzminister Macron nominiert Thierry Breton für EU-Kommission

Frankreichs ursprüngliche Kandidatin für die EU-Kommission, Sylvie Goulard, ist im Europaparlament durchgefallen. Nun hat Emmanuel Macron einen Ersatzkandidaten gefunden: den früheren Finanzminister Thierry Breton.

Thierry Breton: "Ruf als Mann der Tat"
Stephane Cardinale/ Corbis via Getty Images

Thierry Breton: "Ruf als Mann der Tat"


Etwa zwei Wochen nach dem Scheitern seiner EU-Kommissionskandidatin Sylvie Goulard hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen neuen Anwärter nominiert. Er schlägt den ehemaligen französischen Finanzminister Thierry Breton als EU-Kommissar für Industrie und Binnenmarkt vor.

Macron habe der künftigen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den "Vorschlag zur Ernennung von Thierry Breton als Mitglied der EU-Kommission übermittelt", teilte der Élysée-Palast mit. Breton ist derzeit Geschäftsführer des französischen IT-Unternehmens Atos.

Der einstige Minister verfüge über "fundierte Kompetenzen", die für das Ressort Industrie und Binnenmarkt relevant seien, hieß es. So sei der 64-Jährige unter Präsident Jacques Chirac von 2005 bis 2007 Finanzminister und später Geschäftsführer großer Industrieunternehmen gewesen, darunter Thomson, France Télécom und Atos.

Er habe sich "einen Ruf als Mann der Tat" erarbeitet, erklärte der Élysée-Palast weiter. Als Chef von France Télécom war Breton für die umfassende Sanierung und Privatisierung des Unternehmens verantwortlich.

Ursprünglich war die frühere Verteidigungsministerin Sylvie Goulard als französische Kandidatin für die neue EU-Kommission vorgesehen. Sie fiel jedoch bei der Abstimmung in den zuständigen EU-Parlamentsausschüssen durch. Gegen die 54-Jährige laufen Ermittlungen in einer Affäre um Scheinbeschäftigung. Macron machte von der Leyen für das Debakel verantwortlich. Sie habe auf die Personalie bestanden, erklärte der Präsident. Das für sie vorgesehene Ressort Industrie und Binnenmarkt beanspruchte Macron weiterhin.

Wegen des Goulard-Debakels sowie der Ablehnung der Kommissionskandidaten aus Ungarn und Rumänien wurde der Amtsantritt der neuen EU-Kommission um einen Monat auf den 1. Dezember verschoben.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, Breton sei Frankreichs früherer Wirtschaftsminister gewesen. Tatsächlich war er zwischen 2005 und 2007 Finanzminister. Wir haben das geändert.

asc/dpa/AFP

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