EU-Kulturpolitiker "Österreich aus dem Ghetto holen"

Österreich soll trotz der Regierungsbeteiligung von Haiders FPÖ in kulturellen Belangen nicht der Außenseiter der Europäischen Union werden. Das finden Kulturpolitiker der wichtigsten Parteien im Europa-Parlament. Österreichs Bundeskanzler Schüssel sprach von einer "Normalisierung" der Verhältnisse.


Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel
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Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel

Wien - Die Parlamentarier forderten am Dienstag eine Wiederaufnahme kultureller Kontakte. "Wir müssen Österreich aus dem Ghetto herausholen, in das wir es gedrängt haben", forderte unter anderem die CDU-Abgeordnete Doris Pack.

"Die Isolierung österreichischer Künstler, Wissenschaftler und Schüler könnte kontraproduktiv sein und die Bevölkerung für rechtsradikales Gedankengut empfänglich machen", sagte die österreichische Grünen-Politikerin Mercedes Escherer.

Als "Beginn der Normalisierung eines Dialogs" hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel unterdessen seine Brüssel-Reise vom Montag bezeichnet. Die EU habe ihm zugesichert, dass der Sondergipfel zum Thema Beschäftigung am 23. und 24. März in Lissabon "normal ablaufen wird wie alle anderen Räte", sagte Schüssel Montagabend dem ORF.

Österreich habe unter Beweis gestellt, dass es Diskriminierungen nicht hinnehmen werde, sagte Schüssel. Als derartige "nicht korrekte" Aktionen nannte er den Taxi-Boykott in Brüssel, den Studentenaustausch, den Austausch von Künstlern sowie den Tourismus, wo Versuche, Österreich auszuschließen, gescheitert seien. Angesprochen auf die negative Haltung des Koalitionspartners FPÖ zur Osterweiterung der EU, verwies Schüssel auf das gemeinsame Regierungsprogramm von FPÖ und ÖVP. Die Botschaft sei klar, und die Außenministerin habe die Position der Regierung auch entsprechend vertreten.



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