EU-Parlamentspräsident Sassoli warnt vor Überforderung beim Klimaschutz

"Ebenso fatal, wie nichts zu tun": Der Präsident des Europäischen Parlamentes fordert, die Bevölkerung mit dem Klimaschutz nicht zu überfordern. Der Übergang müsse gerecht gestaltet werden.
David Sassoli spricht im Europäischen Parlament: Übergang gerecht gestalten

David Sassoli spricht im Europäischen Parlament: Übergang gerecht gestalten

Foto: Jean-Francois Badias/ AP/DPA

Der Präsident des EU-Parlamentes David Sassoli warnt vor Maßnahmen gegen die Erderhitzung mit "sozialem Sprengstoff". Ein Klimaschutz, der etwa Menschen in von Kohle abhängigen Regionen allein lasse, werde nicht erfolgreich sein, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Im Gegenteil: Dies wäre "ebenso fatal, wie nichts zu tun".

Es müsse gelingen, den Übergang "gerecht zu gestalten". Deshalb begrüße das Parlament den von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angekündigten Übergangsfonds mit einem angepeilten Volumen von bis zu 100 Milliarden Euro.

Dieser sogenannte Green Deal sieht vor, dass die Europäische Union bis zum Jahr 2050 klimaneutral ist (lesen Sie hier mehr darüber). Dies bedeutet, dass ab dann der verbleibende Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase vollständig kompensiert wird.

Sassoli sagte, das Vorhaben werde nur gelingen, wenn das Ziel der Klimaneutralität als Chance begriffen werde - "für Innovation und Wachstum, neue Jobs, ein gesünderes Leben". Die EU müsse anderen Staaten vorleben, dass "der europäische Weg nicht nur zu mehr Klimaschutz führt, sondern viele weitere Vorteile bringt". China beispielsweise beobachte die Entwicklungen beim Klimaschutz in der EU "sehr interessiert".

jpz/dpa/AFP